Newsletter von “atomwaffenfrei.jetzt” vom 27. August 2025

Wusstest du, dass es seit 1945 weltweit mehr als 2.000 Atomwaf­fen­tests gab? Am Freitag ist der Inter­na­tionale Tag gegen Atomwaf­fen­tests, welcher an deren verhee­rende Folgen erinnert und uns mahnt, Rüstungs­kon­trolle und Abrüstung auf die Agenda zu setzen. Doch schon im Oktober beteiligt sich Deutschland wieder an der Atomkriegs­übung Steadfast Noon. Dagegen werden wir protes­tieren – ebenso wie gegen die bevor­ste­hende Statio­nierung neuer Mittel­stre­cken­waffen in Deutschland.

Inter­na­tio­naler Tag gegen Atomwaf­fen­tests

Ein Krater auf dem Gelände des Atomtestgeländes Semipalatinsk in Kasachstan, Bild: By The Official CTBTO Photostream - Crater, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19306715

Der Inter­na­tionale Tag gegen Atomwaf­fen­tests erinnert jedes Jahr am 29. August an die Schließung des Semipa­la­tinsk-Testge­ländes in Kasachstan im Jahr 1991 – ein entschei­dender Moment im Kampf gegen Nukle­ar­tests. Bereits 2009 hatte die UNO diesen Tag mit der Resolution 64/35 einge­führt, um auf die Gefahren atomarer Explo­sionen aufmerksam zu machen und den weltweiten Druck auf ein atomtest­sfreies Zeitalter zu stärken.

Kampagne ruft Aktions­wochen gegen Mittel­stre­cken­waffen aus

Macht mit: Aktionswochen gegen Mittelstreckenwaffen ab dem 1. September!

Die vom Aktions­bündnis “atomwaffenfrei.jetzt” initi­ierte Kampagne “Friedens­fähig statt erstschlag­fähig: Für ein Europa ohne Mittel­stre­cken­waffen!” ruft zu Aktions­wochen gegen Mittel­stre­cken­waffen ab dem 1. September auf. Grund dafür ist, dass im Herbst im Bundestag mit der Anschaffung von Typhon-Start­sys­temen voraus­sichtlich wichtige Weichen­stel­lungen vorge­nommen werden sollen, um die Statio­nierung neuer landge­stützer Mittel­stre­cken­waffen zu ermög­lichen. Dagegen stehen wir auf! Im folgenden dokumen­tieren wir den Aufruf der Kampagne und rufen dazu auf, lokale Aktionen gegen Mittel­stre­cken­waffen zu organi­sieren und bereits geplante Aktivi­täten gegen Mittel­stre­cken­waffen zu unter­stützen!

Nukleare Rhetorik kurz vor Hiroshima-Tag

Vor wenigen Tagen schreckte eine Nachricht die Öffent­lichkeit auf: US-Präsident Trump teilte auf seiner Plattform Truth Social mit, er habe als Antwort auf „höchst provo­kative Äußerungen“ des früheren russi­schen Präsi­denten Dmitri Medwedew die Verlegung von zwei Atom-U-Booten „in geeignete Regionen“ angeordnet. Laut tagesschau.de (2.8.2025) begründete er die Maßnahme so: „Nun, wir mussten das tun. […] Ich tue das also aus Gründen der Sicherheit für unsere Bevöl­kerung.“

Friedens­plakate in zahlreichen Städten erinnern an Hiroshima und Nagasaki

Außer­ge­wöhn­liche Plakate werden in den ersten August­tagen für Aufmerk­samkeit in Berlin, Hamburg, München, Köln, Hannover und Mainz sorgen. Sie erinnern an die 80. Jahrestage der Atombom­ben­ab­würfe auf Hiroshima und Nagasaki und fordern eine „Zukunft ohne Atomwaffen“. Initiiert wird die Plakat­aktion vom Aktions­bündnis „atomwaffenfrei.jetzt“.

80 Jahre Hiroshima & Nagasaki + Protest gegen Atomkriegs­übung + Kampagne gegen Mittel­stre­cken­waffen

Nur noch zwei Wochen sind es, dann jähren sich die Atombom­ben­ab­würfe auf Hiroshima und Nagasaki zum 80. Mal. 65.000 Menschen verdampften und verbrannten bei den Angriffen auf die beiden japani­schen Städte auf der Stelle. Bis zum Ende des Jahres starben mehr als 200.000. Das darf sich niemals wieder­holen! Doch die Bundes­re­gierung weigert sich nach wie vor, den Atomwaf­fen­ver­bots­vertrag zu unter­zeichnen und im Oktober wird sich Deutschland am Atomkriegs­ma­növer „Steadfast Noon“ betei­ligen. Dagegen werden wir protes­tieren!

Aufruf: NATO-Atomkriegs­ma­növer 2025 stoppen!

Am 11. Oktober protes­tieren wir im rheini­schen Nörvenich gegen die jährlich statt­fin­dende NATO-Atomkriegs­übung “Steadfast Noon”. Nachstehend findet Ihr den vollstän­digen Aufruf zur diesjäh­rigen Nörvenich-Demo am 11.10. Veranstalter*innen sind bislang: Friedens­gruppe Düren, Aktions­bündnis „atomwaf­fenfrei jetzt“, DFG-VK NRW, Netzwerk Friedens­ko­ope­rative, DFG-VK Köln, IPPNW Köln, VVN-BdA Aachen und das Antikriegs­bündnis Aachen.

80 Jahre Hiroshima und Nagasaki: Plakat­aktion für eine Zukunft ohne Atomwaffen

Auch 80 Jahre nach den Atombom­ben­ab­würfen auf Hiroshima und Nagasaki bedrohen noch immer rund 12.000 Atomwaffen die Welt. Gleich­zeitig wird über nukleare Aufrüstung in Europa disku­tiert, der Schrecken eines Atomkrieges gerät immer mehr in Verges­senheit.
Mit einer großan­ge­legten Plakat­aktion wollen dafür sorgen, dass die Stimme für eine Welt ohne Atomwaffen nicht verstummt,

Kampagne „Friedens­fähig statt erstschlag­fähig“ begrüßt SPD-Manifest

Die vom Aktions­bündnis initi­ierte Kampagne „Friedens­fähig statt erstschlag­fähig. Für ein Europa ohne Mittel­stre­cken­waffen!“ begrüßt ausdrücklich das am 11. Juni 2025 veröf­fent­lichte Manifest „Friedens­si­cherung in Europa durch Vertei­di­gungs­fä­higkeit, Rüstungs­kon­trolle und Verstän­digung“ aus SPD-Kreisen als partei­in­ternen und gesell­schaft­lichen Debat­ten­beitrag. Die darin formu­lierte Forderung nach einer Rücknahme der Ankün­digung über die Statio­nierung von konven­tio­nellen landge­stützten US-Mittel­stre­cken­waffen ab 2025 unter­stützen wir.

Plakat­aktion: 80 Jahre Hiroshima & Nagasaki

Die verhee­renden Atombom­ben­ab­würfe auf die japani­schen Städte Hiroshima und Nagasaki jähren sich 2025 zum 80. Mal. Wahrscheinlich wird es der letzte „runde“ Jahrestag sein, an dem wir die Berichte und Botschaften der Überle­benden – der Hibakusha – noch direkt von ihnen hören können. Diesen Anlass werden wir nutzen und das Gedenken an die Opfer der Atombom­ben­ab­würfe deutlich sichtbar ins Straßenbild von sechs deutschen Großstädten tragen und auf die existen­tielle Bedrohung durch Atomwaffen hinweisen. Dazu starten wir gemeinsam mit Partnern eine Plakat­aktion unter dem Motto „Für eine Zukunft ohne Atomwaffen!“