29. August 2025 – Inter­na­tio­naler Tag gegen Atomwaf­fen­tests

Gastbeitrag von Julia Engels

Der Inter­na­tionale Tag gegen Atomwaf­fen­tests erinnert jedes Jahr am 29. August an die Schließung des Semipa­la­tinsk-Testge­ländes in Kasachstan im Jahr 1991 – ein entschei­dender Moment im Kampf gegen Nukle­ar­tests. Bereits 2009 hatte die UNO diesen Tag mit der Resolution 64/35 einge­führt, um auf die Gefahren atomarer Explo­sionen aufmerksam zu machen und den weltweiten Druck auf ein atomtest­sfreies Zeitalter zu stärken.

Warum dieser Tag heute wichtiger denn je ist

Jahrzehnte nach den ersten Atomwaf­fen­ein­sätzen – darunter der erste Test in Alamogordo 1945 und die Atombom­ben­ab­würfe auf Hiroshima und Nagasaki – sind nukleare Explo­sionen weiterhin eine reale Bedrohung für Menschen und Umwelt. Zwischen 1945 und 1996 wurden weltweit mehr als 2.000 Atomtests durch­ge­führt, deren Folgen oft verheerend und langan­haltend waren. Heute verschärfen Konflikte wie der Krieg in der Ukraine und das anhal­tende Atompro­gramm des Iran die globale atomare Unsicherheit und erinnern daran, wie dringend inter­na­tionale Abrüstung und Kontrolle von Nukle­ar­waffen bleiben.

Gemeinsame Verant­wortung

Wir bauen heute auf wichtigen Fortschritten auf: Der Partielle Teststopp­vertrag von 1963 und der Umfas­sende Teststopp­vertrag (CTBT) von 1996 sind Meilen­steine auf dem Weg zu einem Verbot von Atomtests. Doch der CTBT ist bis heute nicht in Kraft getreten, da wichtige Staaten – darunter die USA und China – den Vertrag nicht ratifi­ziert haben. Damit bleibt der globale atomare Teststopp unvoll­ständig und fragil.

Unser Aufruf zum 29. August 2025

Dieser Tag ist mehr als ein Gedenktag. Er ist eine Mahnung: Die inter­na­tionale Gemein­schaft trägt Verant­wortung, das weltweite Verbot von Atomwaf­fen­tests endlich wirksam umzusetzen. Atomwaf­fen­freiheit ist kein fernes Ideal, sondern eine realis­tische Möglichkeit – wenn wir sie politisch einfordern, öffentlich sichtbar machen und inter­na­tional konse­quent verfolgen.

Julia Engels (Jahrgang 1994) ist Politik­wis­sen­schaft­lerin und Dokto­randin an der Univer­sität an der RWTH Aachen. Sie forscht zu globaler nuklearer Abschre­ckungs­po­litik. Sie veröf­fent­licht sie regel­mäßig in Medien, darunter die Frank­furter Rundschau, die taz und FAZ Einspruch. Ihr Kommentar „Hiroshima verpflichtet“ erschien im Politi­schen Feuil­leton von Deutsch­landfunk Kultur. Weiterhin ist sie in Radio­for­maten präsent, u. a. bei BR24, wo sie Ende August 2025 zu nuklearer Abrüstung Stellung nimmt.