Proteste gegen Atomkriegs­ma­növer „Steadfast Noon“ der NATO im Oktober:

Friedens­gruppen fordern Absage der Bundeswehr-Teilnahme

Presse­mit­teilung des Aktions­bünd­nisses “atomwaffenfrei.jetzt” vom  06.10.2026

Das im Oktober statt­fin­dende Atomkriegs­ma­növer „Steadfast Noon“ der NATO wird von Protesten aus der Friedens­be­wegung begleitet werden. Am Atomwaf­fen­standort Büchel in der Eifel findet am 10. Oktober um 12 Uhr eine Protest­aktion gegen die Betei­ligung der Bundeswehr an der Kriegs­übung statt. Die dort statio­nierten Tornado-Atombomber nehmen an dem Manöver teil, obwohl die Verwendung von Atomwaffen durch die Bundeswehr gemäß Völker­recht ein Kriegs­ver­brechen bedeutet.

Das Protest­bündnis gegen das Atomkriegs­ma­növer hat an Kanzler Merz und Vertei­di­gungs­mi­nister Pistorius in einem Brief appel­liert, die Betei­ligung der Bundeswehr abzusagen. In dem Brief heißt es wörtlich: „… Das Bundes­mi­nis­terium der Justiz kennzeichnet völker­rechtlich zutreffend jede Verwendung von Atomwaffen durch Soldat*innen der Bundeswehr als Kriegs­ver­brechen. Demzu­folge dürfen Bundeswehrsoldat*innen Befehle zum Einsatz von Atomwaffen niemals befolgen, weil diese rechts­widrig wären. Im Manöver ‚Steadfast Noon‘ wird der Abwurf von Atomwaffen durch Bundeswehrpilot*innen trainiert. Wir halten dies für völker­rechts­widrig, da es einer Vorbe­reitung von Kriegs­ver­brechen gleich­kommt. Wir rufen Sie deshalb dazu auf, die Betei­ligung der Bundeswehr an den Atomkriegs­übungen der NATO abzusagen, um so auch die zur Betei­ligung vorge­se­henen Soldat*innen nicht in Gewis­sensnot zu bringen.“

Mit Protesten am Atomwaf­fen­standort Büchel am 10. Oktober und einer Demons­tration in Nörvenich am 17. Oktober weist das Aktions­bündnis auf die Zunahme der atomaren Kriegs­gefahr hin. Bei dem Manöver wird das Szenario eines Atomkrieges über Europa simuliert. Die USA, alle europäi­schen Staaten mit nuklearer Teilhabe und weitere unter­stüt­zende Staaten sind beteiligt. Im Aufruf zu den Protesten werden Bundestag und Bundes­re­gierung auch aufge­fordert, die Atombomben aus Büchel abzuziehen und dem von bislang 101 Staaten unter­zeich­neten UN-Atomwaf­fen­ver­bots­vertrag beizu­treten. Außerdem dürften keine neuen europäi­schen Atomwaf­fen­ko­ope­ra­tionen begründet werden, wie sie in diesem Jahr mit Frank­reich begonnen wurde.

Der Aufruf zu den Demons­tra­tionen gegen das Atomkriegs­ma­növer wird von über 35 Organi­sa­tionen aus der Friedens­be­wegung getragen, darunter das Aktions­bündnis „atomwaffenfrei.jetzt“, das Netzwerk Friedens­ko­ope­rative, die Ärzt*innen gegen Atomkrieg, Pax Christi, der Versöh­nungsbund, Ohne Rüstung Leben, Jurist*innen gegen Atomkrieg, AGDF und DFG-VK. Auch die örtlichen Friedens­gruppen Daun (Büchel) und Düren (Nörvenich) sind beteiligt.

Das Bündnis verweist insbe­sondere auf das humanitäre Völker­recht, mit dem jeglicher Atomwaf­fen­einsatz unver­einbar ist. Das Bundes­jus­tiz­mi­nis­terium kennzeichnet jede Verwendung von Atomwaffen als Kriegs­ver­brechen.
https://www.bmjv.de/DE/themen/voelkerstrafrecht/kriegsverbrechen/kriegsverbrechen_node.htm

Der Aufruf zu den Demons­tra­tionen in Büchel und Nörvenich mit allen Unter­zeich­nenden findet sich hier: https://www.atomwaffenfrei.de/protest-gegen-steadfast-noon-2026-jetzt-unterstuetzen/

Für das Aktions­bündnis „Atomkriegs­ma­növer stoppen!“

gez. Martin Singe