Nörvenich: Demons­tration gegen Atomkriegs­ma­növer „Steadfast Noon“ am Samstag

Presse­mit­teilung des Aktions­bünd­nisses “atomwaffenfrei.jetzt” vom 14.10.2026

Am 13. Oktober hat die NATO das Manöver „Steadfast Noon“ begonnen, bei dem ein Atomkrieg über Europa trainiert wird. Nach einer Protest­aktion am Atomwaf­fen­standort Büchel ruft die Friedens­be­wegung zu einer weiteren Demons­tration in Nörvenich für kommenden Samstag (17.10.) auf. Die in Nörvenich statio­nierten Eurofighter waren neben den Tornado-Atombombern aus Büchel ebenfalls an „Steadfast-Noon-Manövern“ beteiligt. Nörvenich ist zudem Ausweich­standort für den Flieger­horst Büchel.

Die Demons­tration startet mit einem Auftakt zur Symbolzeit „Fünf vor Zwölf“ vor dem Flieger­horst des „Boelcke-Geschwaders“ und zieht zur Kundgebung am Schloss­platz. Im Aufruf „Atomkriegs­ma­növer stoppen!“ werden der Abzug der Atombomben aus Büchel und der Beitritt Deutsch­lands zum UN-Atomwaf­fen­ver­bots­vertrag gefordert. Die Demons­trie­renden kriti­sieren außerdem die in Nörvenich neu verein­barte Nukle­ar­waffen-Koope­ration mit Frank­reich.

„Alte und neue ‚Nukleare Teilhaben‘ wider­sprechen dem Völker­recht. Die Bundeswehr beteiligt sich rechts­widrig an diesem Manöver. Bundes­wehr­sol­daten müssen Befehle zur Verwendung von Atomwaffen verweigern, weil deren Einsatz ein Kriegs­ver­brechen wäre“, so Martin Singe von Pax Christi Bonn.

Bei der Demons­tration und Kundgebung werden neben kultu­rellen Beiträgen Verterter*innen verschie­dener Friedens­or­ga­ni­sa­tionen ihre Zielvor­stel­lungen für eine atomwaf­fen­freie Zukunft vorstellen. „Ein Atomkrieg würde alles vernichten, was angeblich geschützt werden soll. Die NATO behauptet, sie übe ‚die Vertei­digung des Bündnis­ge­bietes mit Atomwaffen‘, aber sie sagt nicht, wie Europa danach aussieht. Die Überle­benden werden die Toten beneiden“, so Dr. Hildegard Slabik-Münter, die bei den Ärzt*innen gegen Atomkrieg aktiv ist. Heiner Krüger von der örtlichen Friedens­gruppe Düren fügt hinzu: „Das hier statio­nierte Boelcke-Geschwader, das auch schon an ‚Steadfast Noon‘-Manövern beteiligt war, stellt sich zudem mit seinem Namen in die unselige Tradition des Natio­nal­so­zia­lismus. Die früheren Boelcke-Geschwader tragen Verant­wortung für großflä­chige Brand­bom­ben­an­griffe auf Städte wie Coventry.“

Kanzler Merz und Vertei­di­gungs­mi­nister Pistorius haben einen Brief des Protest­bünd­nisses bislang nicht beant­wortet, in dem u.a. gefordert wird:  „Wir rufen Sie deshalb dazu auf, die Betei­ligung der Bundeswehr an den Atomkriegs­übungen der NATO abzusagen, um so auch die zur Betei­ligung vorge­se­henen Soldat*innen nicht in Gewis­sensnot zu bringen.“

Der Aufruf zu den Demons­tra­tionen gegen das Atomkriegs­ma­növer wird von über 35 Organi­sa­tionen aus der Friedens­be­wegung getragen, darunter das Aktions­bündnis „atomwaffenfrei.jetzt“, das Netzwerk Friedens­ko­ope­rative, die Ärzt*innen gegen Atomkrieg, Pax Christi, der Versöh­nungsbund, Ohne Rüstung Leben, Jurist*innen gegen Atomkrieg, AGDF und DFG-VK. Auch die örtlichen Friedens­gruppen Daun (Büchel) und Düren (Nörvenich) sind beteiligt.

Das Bündnis verweist auf das humanitäre Völker­recht, mit dem jeglicher Atomwaf­fen­einsatz unver­einbar ist. Das Bundes­jus­tiz­mi­nis­terium kennzeichnet jede Verwendung von Atomwaffen als Kriegs­ver­brechen. https://www.bmjv.de/DE/themen/voelkerstrafrecht/kriegsverbrechen/kriegsverbrechen_node.htm

Der Aufruf zu den Demons­tra­tionen in Büchel und Nörvenich mit allen Unter­zeich­nenden findet sich hier.