26. September: UN-Tag gegen Atomwaffen
Friedensbündnis fordert Absage der Bundeswehr-Teilnahme an Atomkriegsmanöver
Pressemitteilung des Aktionsbündnisses “atomwaffenfrei.jetzt” vom 24.09.2026
Zum „UN-Tag für die vollständige Abschaffung der Atomwaffen“ (26. September) fordert das Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“ von der Bundesregierung, konkrete Schritte zum Abzug der Atomwaffen aus Deutschland vorzunehmen. Mit Protesten am Atomwaffenstandort Büchel am 10. Oktober und einer Demonstration in Nörvenich am 17. Oktober gegen das NATO-Atomkriegsmanöver „Steadfast Noon“ weist das Bündnis auf die Zunahme der atomaren Kriegsgefahr hin. Bei dem Manöver, das Mitte Oktober stattfindet, simuliert die Bundeswehr den Abwurf von Atombomben in einem europäischen Kriegsszenario. Beteiligt sind die USA, alle europäischen Staaten mit nuklearer Teilhabe und weitere unterstützende Staaten.
Im Demonstrationsaufruf werden Bundestag und Bundesregierung aufgefordert, die Bundeswehr-Beteiligung am Atomkriegsmanöver im Oktober abzusagen, die Atombomben aus Büchel abzuziehen und dem von bislang 101 Staaten unterzeichneten UN-Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten. Außerdem dürften keine neuen europäischen Atomwaffenkooperationen begründet werden, wie sie in diesem Jahr mit Frankreich begonnen wurde.
„Der Kauf von 35 neuen US-Atombombern F‑35 für 10 Milliarden Euro, die Stationierung neuer zielgenauerer Atombomben in Büchel und die Nuklearkooperation mit Frankreich sind friedenspolitisch die völlig falschen Weichenstellungen. Stattdessen sollte die Bundesregierung auf nukleare Abrüstung drängen und dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag beitreten“, fordert Martin Singe für das Atomwaffenfrei-Bündnis.
Der Aufruf zu den Demonstrationen gegen das Atomkriegsmanöver wird von über 35 Organisationen aus der Friedensbewegung getragen, darunter die Ärzt*innen gegen Atomkrieg, Pax Christi, der Versöhnungsbund, Ohne Rüstung Leben, Jurist*innen gegen Atomkrieg, AGDF und DFG-VK. Auch die örtlichen Friedensgruppen Daun (Büchel) und Düren (Nörvenich) sind beteiligt.
Das Bündnis verweist insbesondere auf das humanitäre Völkerrecht, mit dem jeglicher Atomwaffeneinsatz unvereinbar ist. Das Bundesjustizministerium kennzeichnet jede Verwendung von Atomwaffen als Kriegsverbrechen. https://www.bmjv.de/DE/themen/voelkerstrafrecht/kriegsverbrechen/kriegsverbrechen_node.htm
Auch gemäß Nichtverbreitungsvertrag ist Deutschland die Verfügung über Atomwaffen verboten. „Piloten der Bundeswehr dürfen niemals Atombomben abwerfen, weil dies ein Kriegsverbrechen wäre. Doch das trainieren sie bei dem NATO-Atomkriegsmanöver Mitte Oktober auf Weisung des Verteidigungsministeriums. Deshalb protestieren wir im Oktober lautstark für die Einhaltung des Völkerrechts und die Abschaffung aller Atomwaffen“, so Martin Singe.
Der Aufruf zu den Demonstrationen in Büchel und Nörvenich mit allen Unterzeichnenden findet sich hier.
Für das Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“
gez. Martin Singe