22. Januar: 5 Jahre Atomwaf­fen­ver­bots­vertrag

Friedens­gruppen fordern Beitritt Deutsch­lands

Presse­mit­teilung des Aktions­bünd­nisses “atomwaffenfrei.jetzt” vom 19. Januar 2025

Am 22. Januar 2021 ist der UN-Vertrag zum Verbot aller Atomwaffen (AVV) in Kraft getreten. Er verbietet Einsatz, Tests, Entwicklung und jeglichen Besitz von Atomwaffen. In Deutschland finden anlässlich des Jahres­tages in über 30 Städten Feiern und Kundge­bungen statt, u.a. in Berlin, Dresden, Frankfurt/M., Nürnberg, Aachen, Marburg, Bonn, Cochem und Mutlangen.

Das Aktions­bündnis „atomwaffenfrei.jetzt“ fordert den Beitritt Deutsch­lands zum Atomwaf­fen­ver­bots­vertrag der UNO, den inzwi­schen schon 99 Staaten unter­zeichnet oder ratifi­ziert haben. Der Verbots­vertrag wurde von Friedens­or­ga­ni­sa­tionen und Staaten, die keine Atomwaffen besitzen, initiiert und 2017 von der UNO beschlossen. Grund war die Unzuläng­lichkeit des Nicht­ver­brei­tungs­ver­trages, da die Atomwaffen-Staaten ihrer daraus erwach­senden Verpflichtung zu atomarer Abrüstung bis heute nicht nachge­kommen sind.

Die aktuelle kriegs­trächtige Situation kann bis hin zu einer atomaren Weltka­ta­strophe eskalieren. Deshalb fordert das Aktions­bündnis die Wieder­auf­nahme von substan­ti­ellen Abrüs­tungs­ver­hand­lungen im nuklearen Bereich. Die Bundes­re­gierung muss sich dafür einsetzen, dass der letzte verbliebene Begren­zungs­vertrag New START, der im Februar ausläuft, verlängert wird. 2026 stehen die wichtigen Überprü­fungs­kon­fe­renzen zum Nicht­ver­brei­tungs- und Verbots­vertrag an, bei denen die Bundes­re­gierung auf nukleare Abrüstung drängen sollte.

Statt in der aktuellen Situation die Debatte über eigen­ständige europäische oder gar deutsche nukleare Aufrüstung anzuheizen, fordert das Atomwaf­fenfrei-Bündnis alle Politi­ke­rinnen und Politiker zu Beson­nenheit auf. „Die nukleare Abschre­ckung, die den atomaren Weltun­tergang in sich birgt, muss überwunden werden“, betont Martin Singe, Sprecher des Aktions­bünd­nisses: „Mit dem Abzug der Atombomben aus Büchel, der Beendigung der nuklearen Teilhabe in der NATO und dem Beitritt zum Atomwaf­fen­ver­bots­vertrag sollte die Bundes­re­gierung ihren Beitrag zu einer atomwaf­fen­freien Welt leisten“.