30 Jahre Atomwaffen-Teststoppvertrag: Die atomare Gefahr bannen!
Pressemitteilung vom 8. September 2026
Am 10. September 1996 hat die UN-Generalversammlung den umfassenden Atomteststopp-Vertrag beschlossen und für alle Staaten zur Unterzeichnung eröffnet (CTBT — Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty). Der Vertrag verbietet alle Formen von realen Nuklearwaffentests. Bis heute fehlt jedoch die Ratifikation durch relevante Atomwaffenstaaten, deren Beitritt Voraussetzung für das Inkrafttreten des Vertrages ist. Dennoch halten sich bislang alle Staaten an das Abkommen und testen ihre Atomwaffen gegenwärtig nur in Computersimulationen. Eine Kommission zur Umsetzung des Teststoppvertrages wurde bereits eingesetzt und hat ein Überwachungssystem eingerichtet. Ende 2025 erschreckte dann US-Präsident Trump die Öffentlichkeit mit seiner Ankündigung, wieder mit Atomwaffentests beginnen zu wollen. Die Gefahr der Wiederaufnahme realer nuklearer Test-Explosionen wurde damit erneut öffentlich bewusst.
Auf die Fragilität dieser Situation hat zuletzt UN-Generalsekretär Antonio Guterres hingewiesen, der am 29. August 2026, dem Internationalen UN-Tag gegen Nuklearversuche, verlautbaren ließ: „Der heutige Tag erinnert uns an die verheerenden Folgen von Nuklearversuchen, an die bittere Erkenntnis, die der Menschheit erst durch schmerzliche Erfahrungen zuteilwurde. Er ist ein Anlass, der Opfer und Überlebenden von Nuklearversuchen zu gedenken, deren Leben, Land und nachfolgende Generationen von nuklearen Explosionen gezeichnet sind. (…) Die Welt darf nie wieder eine nukleare Explosion erleben. Ich fordere alle Staaten im Besitz von Kernwaffen auf, die bestehenden Moratorien aufrechtzuerhalten und Maßnahmen zu ergreifen, um den Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen unverzüglich in Kraft zu setzen.“ (https://www.un.org/german/de/media/16140)
Das Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“ – ein Zusammenschluss von rund 80 Friedensgruppen und ‑organisationen – unterstützt dieses klare Statement des UN-Generalsekretärs und fordert die Bundesregierung auf, sich verstärkt für das Inkrafttreten des Teststoppvertrages einzusetzen und sich an der Unterstützung der Opfer von Nuklearexplosionen zu beteiligen. Dazu gehört auch, dass die Bundesregierung – zumindest in der Beobachterrolle – an der ersten Überprüfungskonferenz zum Atomwaffenverbotsvertrag im Dezember 2026 teilnimmt. „Wenn sich die Bundesregierung ernsthaft für eine atomwaffenfreie Welt einsetzen will, muss sie konkrete Schritte daraufhin einleiten, die eigene nukleare Teilhabe beenden und dem Atomwaffenverbotsvertrag zum Durchbruch verhelfen. Die Vorhaltung von Atomwaffen für einen möglichen Einsatz in einer Kriegssituation bleibt die größte Bedrohung für die Menschheit.“ — so Dr. Hildegard Slabik-Münter vom Aktionsbündnis gegen Atomwaffen.
F.d.R.
gez. Martin Singe, Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“