Protestaktion beim Atomwaffenlager Büchel
Von den vielfältigen Aktionen in Büchel, an deren Vorbereitung ich drei Tage teilnahm, habe ich euch das Clownsfoto mitgebracht, junge Menschen aus aller Welt nahmen dort am internationalen Workcamp teil, bereiteten Aktionen und Theaterszenen vor, bastelten Raketenkostüme, malten Plakate. Täglich
wurde der letzte Atomwaffenstützpunkt Deutschlands zu Fuß und auch zu Rad umrundet. Mit 2000 DemonstrantInnen bei der Abschlusskundgebung war es die größte Demo, die Büchel seit langem gesehen hat, es gab Kehraktionen und Fotoshootings mit Besen – zum krönenden Abschluss ein Konzert mit Nina Hagen - leider fuhr mein Bus schon vorher! Die Proteste vor dem Atomwaffenlager Büchel sind auf ein großes Medieninteresse gestoßen, erfreulich viele Redaktionen berichteten über die Demonstration, Protestaktionen beim Atomwaffenlager Büchel die vorausgehende Protestwoche und die gewaltfreien Aktionen zivilen Ungehorsams und rücken das verdrängte Thema „Atomare Abrüstung“ wieder in die Öffentlichkeit. Auch Einheimische kamen an meinen Infostand, nach einer aggressiven Anmache, wir würden hier die Arbeitsplätze in einer strukturschwachen Gegend zerstören, zeigte sich im längeren Gespräch, dass sie eigentlich auf Informationen aus waren, die Angehörigen sind beunruhigt, weil sich in der Gegend Krebsfälle bei Bundeswehrangestellen häufen.
Xavier Renou ( www.desobeir.net) berichtete von der Modernisierung der französischen Atomwaffen auf Grund der Nato‐Doktrin der nuklearen Erstschlagfähigkeit. Die neuen M51 Raketen (eine à 150.000 €, 50 – 60 sind bestellt!) sollen mit Mini-Nukes bestückt werden, die vor allem auch in der Bevölkerung besser vermittelbar sind als die Atombomben von früher –nach Chirac bestens geeignet für den Kampf um Ressourcen und gegen den Terrorismus! Die Reichweite wird geheim gehalten, jedoch behauptete Chefingenieur Christophe Fournier, sie sei so gestaltet, dass „kein einziger Punkt des Planeten“ außerhalb der französischen Abschreckungskapazitäten liege!!
Angie Zelter, Großbritannien, alternative Nobelpreisträgerin und gewaltfreie Aktivistin gegen Trident/Faslane in Schottland, gab an, dass Großbritannien bis zum Jahre 2055 117 Billiarden € für Atomwaffen ausgeben will und erstmals eigene Atomwaffen entwickelt. Hans Lammerant aus Belgien (www.bombspotting.be) wollte uns vor allem noch einmal daran erinnern, dass es hier nicht um nationale Armeen geht, sondern dass (West-)Europa Krieg führt gegen Irak und Afghanisten, dass die EU eine offensive Militärmaschinerie in der NATO bildet und seine nuklearen Arsenale aufrüstet.
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