Deutsches Atomwaffenlager Büchel unsicher
Die „meisten“ US-Atomwaffenlager in Europa erfüllen nicht die Sicherheitsanforderungen des US-Verteidigungsministeriums. Das ist das Ergebnis eines internen Berichtes der US Luftwaffe aus dem Februar 2008, den der US-amerikanische Friedensforscher Hans Kristensen durch den Freedom of Informationen Act jetzt erhielt. Die größten Probleme wurden scheinbar im italienischen Ghedi Torre und in Büchel in der Eifel entdeckt. Der Bericht regt an, die Nuklearwaffenstandorte in Europa „zu konsolidieren“. Kristensen erhielt den Tipp, dass die US-Luftwaffe plane, mindestens einen Standort aufzugeben.
Dem Bericht zufolge sind Reparaturen an Gebäuden, Zäunen, Beleuchtungen und Sicherheitssystemen erforderlich. Erstaunt stellten die US-Inspektoren fest, dass in Büchel Wehrpflichtige, die ihren neunmonatigen Wehrdienst ableisten, eingesetzt werden, um Atomwaffenlager zu schützen. Darüber hinaus seien einige Dienstposten in sicherheitsrelevanten Bereichen nur einfach besetzt, so dass schon Krankschreibungen oder Personalwechsel dazu führen könnten, dass bestimmte Aufgaben nicht mehr erledigt werden können. Häufig sei die Ursache, dass die Geschwader neben ihrer nuklearen Aufgabe auch für die konventionelle Kriegführung eingeplant seien.
In Büchel lagern bis zu 20 US-Atombomben vom Typ B61, die im Kriegsfall von deutschen Tornados eingesetzt werden können.
Die Kampagne „unsere zukunft – atomwaffenfrei“ mobilisiert momentan für eine Großdemonstration (u. a. mit Nina Hagen und Barbara Rütting) und ein Aktionscamp vor dem Atomwaffenlager Büchel am 30. August 2008. Die Kampagne zielt auf die Atomwaffenfreiheit Deutschlands. (Nähere Informationen unter www.atomwaffenfrei.de) Dies wäre ein deutscher Beitrag zur Fortführung der weltweiten Abrüstungsbemühungen. Xanthe Hall, Sprecherin des deutschen Trägerkreises, der die Kampagne koordiniert, sagt: „Dieser Bericht macht deutlich, dass die Sicherheit der Bevölkerung in Deutschland in doppelter Hinsicht gefährdet wird: Erst durch die Mangel an Sicherheit vor Ort und zweitens durch die Existenz der Atomwaffen, die natürlich auch als Ziel gelten. Deswegen müssen sie schnellstens weg und damit geben wir ein wichtiges Signal an die Welt – Deutschland ist sicherer ohne Atomwaffen.“
Für Roland Blach, Koordinator der Kampagne „unsere zukunft – atomwaffenfrei“ legen die dargestellten Sicherheitsmängel in dem Bericht nur einen Schluss nahe: „Wenn die Gefahr eines Atomkrieges gebannt werden soll, müssen die Bemühungen weltweit intensiviert werden. Die vollständige nukleare Abrüstung muss höchste Priorität auf der internationalen Agenda haben! Es ist absolut verrückt und fahrlässig, mit der Hochrüstung durch Atomwaffen dauerhaft die Zukunft der Menschheit aufs Spiel zu setzen und notwendige Ressourcen zur Bekämpfung der Armut und des Klimawandels abzuziehen".
Artikel von Hans Kristensen, Federation of American Scientists
Pressekontakte:
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Monty Schädel, Tel. 0177-8871014, schaedel@dfg-vk.de
Kampagnenrat „unsere zukunft – atomwaffenfrei“, c/o IPPNW, Körtestr. 10, 10967 Berlin,
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