16.06.2008

Büchel soll zum Signal werden

Vorbereitungstreffen der Friedensbewegung für die Aktionswoche im August

In Büchel in der Eifel lagern die letzten Atomwaffen auf deutschem Boden. Davon geht die Friedensbewegung aus und ruft für August zu zahlreichen Veranstaltungen und einer Großdemonstration auf. In Cochem trafen sich Vertreter zahlreicher Initiativen zur Vorbereitung dieser Aktionen.

COCHEM. Der 30. August soll zu einem deutlichen Signal zur nuklearen Abrüstung werden. Das ist das erklärte Ziel der bundesweiten Kampagne „Unsere Zukunft – atomwaffenfrei“, der fast 50 Friedensinitiativen angehören. Für diesen Tag ist in Büchel eine Großdemonstration geplant, als Höhepunkt einer Aktionswoche, die am 23. August mit den ersten Veranstaltungen beginnt.

„Wir wollen mit dieser Großkundgebung und den vielen anderen Veranstaltungen die Politik anstoßen, damit endlich Schritte zum Abzug der letzten Atomwaffen aus Deutschland unternommen werden“, so Roland Blach (Kornwestheim), der Koordinator der Kampagne, am Rande des Vorbereitungstreffens im evangelischen Gemeindezentrum in Brauheck. Um dies zu erreichen, soll es im August zahlreiche Aktionen rund um den Fliegerhorst geben, wo die Friedensbewegung die letzten Atomwaffen auf deutschem Boden vermutet. Neben der Großkundgebung die siebte Umrundung des Luftwaffenstützpunktes, weitere Umrundungen, ein Radmarathon, Gesprächsrunden und Mahnwachen.

„Es ist an der Zeit, dass Deutschland endlich atomwaffenfrei wird“, betont auch Dr. Elke Koller (Leienkaul) vom Initiativkreis gegen Atomwaffen. Sie verweist dabei auf Äußerungen beider amerikanischer Präsidentschaftskandidaten, die sich für einen Abzug der amerikanischen Atomwaffen aus Europa ausgesprochen haben. „Das muss auch die Bundeskanzlerin zur Kenntnis nehmen“, so Elke Koller.

Ihre Initiative hat in einem offenen Brief die Bundesregierung aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass bis spätestens 2010 zur nächsten Überprüfungskonferenz des Nichtverbreitungsvertrages die amerikanischen Atomwaffen aus Deutschland verschwunden sind. Bis zum Großdemo im August hofft der Initiativkreis nun auf eine Antwort. Sollte diese nicht erfolgen, kündigen verschiedene Friedensgruppen bereits jetzt Aktionen zivilen Ungehorsams an. Aktionen also, bei denen Mitglieder der Friedensbewegung wie schon bei früheren Demonstrationen in den Stützpunkt eindringen wollen. „Nach sieben Umrundungen ist bei vielen die Geduld zu Ende“, äußert Elke Koller durchaus Verständnis für solche Aktionen, hofft allerdings, dass von der Bundesregierung vorher doch noch deutliche Signale Richtung Abrüstung kommen.

Sie freut sich, dass mittlerweile die Proteste gegen die amerikanischen Atomwaffen in Deutschland auch vor Ort auf immer größere Resonanz stoßen. „Wir erhalten spürbaren Rückenwind und werden von vielen Menschen unterstützt“, meint Elke Koller. Ähnlich sieht dies auch Roland Blach: „Das war damals, als wir hier mit den Protesten anfingen, noch ganz anders.“ Er gehört zu jenen, die sich seit 1996 an den Demonstrationen in Büchel beteiligen. „Vor genau zwölf Jahren, am 14. Juni 1996, waren wir zum ersten Mal hier in der Eifel“, so Blach, der betont: „Heute werden wir sowohl in der Region als auch in der Politik wahrgenommen.“

Die Großdemonstration am 30. August soll jedenfalls die bisher größte Aktion der Friedensbewegung in Büchel werden. „Über 1000 Menschen werden wohl hier sein“, hofft die Organisatoren. Bis dahin ist aber noch einiges zu tun, wie das Vorbereitungstreffen zeigte. „Manches läuft noch etwas schleppend und wir müssen noch einiges bewegen“, so Elke Koller.

Eingeladen hat auch der Bürgermeister der Gemeinde Mutlangen, Peter Seyfried (CDU), seine Amtskollegen, im August nach Büchel zu kommen, um dort vor dem Haupttor bei einem Frühstück den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland zu fordern. Roland Blach: „Es sind mittlerweile viele Gruppen und Initiativen, die nach Büchel kommen wollen. Das zeigt, dass die nukleare Abrüstung wieder zu einem politischen Thema geworden ist.“ (dj)

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Büchel 2008
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Antiatomwaffencamp in Büchel

Erstes Bild vom Camp am 19.8.

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