
unsere zukunft - atomwaffenfrei
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Datum: Mittwoch, 8. Februar 2012
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03.09.2008
Interationaler Kehraus vor der deutschen Türe
Bericht zum internationalen Workcamp bei Büchel
20 junge Menschen tauchen aus sechs verschiedenen Ländern auf. Sie sind zum Workcamp der Friedenswerkstatt Mutlangen gekommen und wundern sich nun, nach teils mehr als 10-stündiger Anreise, was wohl diese leere Wiese für sie bereithalten mag. Irgendwie sehen das „Camp“ und die Umgebung doch äußerst verloren aus.
Eine Woche später: Die Workcamp-TeilnehmerInnen haben sich miteinander und dem Fliegerhorst bekannt gemacht, haben geholfen, ein Camp für die zur Aktionswoche anreisenden Aktivisten zu errichten und sind längst an kalte Duschen, Kompost-Toiletten und nasse Füße gewöhnt. Seit neuestem sieht man einige von ihnen des Öfteren als Bomben in Echtgröße verkleidet herummarschieren. Sie üben für ein Pantomime-Theaterstück, das sie für die Großdemo entwickelt haben. Auch ein Merkel–Klon spielt mit und ruft alle Anwesenden zum großen Bomben-Kehraus auf.
Büchel, 31. August. Aus ist der große Kehraus! Die Massen sind wieder weg. Die Ironie: Es bleibt jede Menge aufzuräumen und so geht das Workcamp nun zum praktischen Reinemachen über. Ob der Aufenthalt auf dieser Wiese im „Nirgendwo“ sich für die TeilnehmerInnen gelohnt hat? Was sie selber dazu sagen, ist folgendes:
„Ich habe das Workcamp ziemlich genossen – besonders auch, die vielen Leute kennenzulernen, die zum Demonstrieren hierher kamen.“ (Joshua Smith, USA)
„Ich bin mir einiger Dinge bewusster, verstehe sie besser und ich möchte mich an der Friedensbewegung in anderen Ländern beteiligen – auch in Korea.“ (Yena Seong , Südkorea)
„Ich war beeindruckt von der Menge der Leute. Die vielen Aktionen haben mich sehr inspiriert.“ (Aneliya, Russland).
„Ich habe mich wieder daran erinnert, wie wichtig die Zivilbevölkerung ist. Sie ist die Stimme, die vor den Problemen warnt, die von großen Mächten wie Regierungen und den Massenmedien verdeckt werden können.“ (Hyeyun Kim, Südkorea)
Sara Frenzen, Konstantin Hohm, Sandra Wienand
Aus dem Freiraum, 7/3, November 2008
Workcamp der Friedenswerkstatt Mutlangen in Büchel
16. August - 3. September 2008
Büchel ist der letzte Standort von Atomwaffen in Deutschland. Büchel liegt in der Eiffel nahe bei Cochem an der Mosel. Hier lagern die USA Atombomben und deutsche Militärpiloten üben den Abwurf. Im Rahmen der Kampagne „unsere zukunft atomwaffenfrei“ soll vom 24.-30. August eine Aktionswoche für den Abzug und die Verschrottung der Atomwaffen stattfinden. Der Fliegerhorst soll dabei von vielen Menschen umwandert werden. Demonstrationen, Aktionen und Ziviler Ungehorsam werden von Gruppen der Friedensbewegung geplant.
Die Friedenswerkstatt Mutlangen e.V. ist ein Verein, der die Praxis der aktiven Gewaltfreiheit und die Forderung nach vollständiger Abrüstung aller Atomwaffen fördert. Ihr Sitz ist in der Pressehütte in Mutlangen. In den 80er Jahren wurde der Ort Mutlangen zu einem Symbol für gewaltfreien Widerstand gegen die Atomraketen Pershing II. Die Pressehütte war Ausgangspunkt für zahlreiche Blockadeaktionen. Die Raketen sind abgezogen. Die Zeit des zivilen Ungehorsams und der Gerichtsprozesse ist hier vorüber. Jetzt organisiert die Friedenswerkstatt mit jungen Leuten Seminare, Aktions- und Lobbyreisen zur UNO und zu Standorten von Atomwaffen. Hieraus entstand das Jugendnetzwerk: BANg - Ban All Nukes generation.
www.BANg-europe.org.
Die Friedenswerkstatt lädt in diesem Jahr Engagierte von BANg und Interessierte über Youth Action for Peace zum Workcamp nach Büchel ein.
Arbeit: Die TeilnehmerInnen des Workcamps werden Zelte aufbauen, Wege markieren, Kochen, Transparente malen und aufhängen und Straßentheater spielen. Sie helfen also mit beim Aufbau des Friedenscamps für die Aktionswoche, sie helfen mit, anreisende Gruppen zu verpflegen und unterstützen sie bei den Aktionen. Das Workcamp wird mit eigenen kreativen Aktionen auf die Aktionswoche aufmerksam machen.
Studienteil: Wir werden uns mit der Frage beschäftigen: "Was kann ich als Jugendliche/r für den Frieden tun?" Dabei steht das Thema nukleare Abrüstung und das europäische Jugendnetzwerk BANg im Vordergrund. Zum Studienteil gehört auch ein Clownsworkshop, um Straßentheateraktionen vorzubereiten.
Freizeit: wandern, baden im ehemaligen Vulkankrater, Menschen aus der Region kennen lernen, Konzerte besuchen, Besichtigung von Burgen an der Mosel und vielleicht auch eine Moselschifffahrt.
Unterbringung: Die TeilnehmerInnen übernachten in Zelten. Schlafsäcke und Isomatten sind mitzubringen. Das Essen ist in der Regel vegetarisch.
Sonstiges: Bitte Kleidung für kaltes und nasses Wetter, Arbeitskleidung und feste Schuhe, Schwimmsachen, Musikinstrumente mitbringen! Gute Englischkenntnisse sind wichtig!
Anreisebeschreibung: Mit dem Zug bis Bahnhof Cochem, dann mit dem Bus 500 bis Haltestelle Waldschenke. Von dort ist der Weg zum Friedenscamp ausgeschildert.
Teilnehmerzahl: 15
Anmeldung:
Friedenswerkstatt Mutlangen
Mehr Infos:
www.pressehuette.de