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Datum: Mittwoch, 8. Februar 2012
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20.08.2008

Antiatomwaffencamp hat begonnen

Bericht aus Büchel

Die ersten Zelte stehen auf einem Feld beim Fliegerhorst Büchel. Ihre Bewohner kamen aus Japan, Korea, der Türkei, den USA und Deutschland in die Eifel. Die Friedenswerkstatt Mutlangen veranstaltet dort ein internationales Workcamp in Kooperation mit YAP (Youth Action for Peace) und der AGDF (Aktionsgemeinschaft Dienste für den Frieden). Es ist der Auftakt zu einem Aktionscamp bei dem ab dem 24. August der Fliegerhorst sieben mal umwandert wird. Zur Großaktion gegen die in Büchel gelagerten 20 Atombomben am 30. August werden über 20 Busse mit Friedensdemonstranten erwartet. Nach Abschluss der Umrundung sind auch Aktionen zivilen Ungehorsams angekündigt. Gewaltfreie Aktivisten wollen den Zaun überwinden und im Fliegerhorst selbst bis zur Festnahme protestieren.

Wolfgang Schlupp-Hauck, Vorsitzender der Friedenswerkstatt Mutlangen begrüßte am Wochenende die internationalen Teilnehmer und führte sie in die Themen Atomwaffenpolitik und gewaltfreie Widerstand ein. Das Workcamp wird geleitet von drei Politologie Studenten aus Magdeburg und Bielefeld. Die Teilnehmerinnen sind aus unterschiedlichen Motiven gekommen. Yukoko aus Japan kam aus Neugierde: „Ich dachte es ist interessant neue Leute kennen zu lernen und mit ihnen Ideen auf den unterschiedlichen Hintergründen auszutauschen.“ Sarah aus den USA ist dagegen schon zu Hause gegen Atomwaffen aktiv: „Ich bin bei Nukewatch und ich will hier meinen Protest fortsetzen, wir müssen die Atomwaffen loswerden.“ Für Hyeyun aus Korea ist es das erste Workcamp. Sie hat in den Einführungstagen soviel über Atomwaffen gehört, dass sie motiviert ist, „etwas gegen die atomare Gefahr zu tun.“ Elif aus der Türkei hat dieses Workcamp ausgewählt, weil „eine Welt ohne Atomwaffen besser ist und ich will die Leute, die sich dagegen einsetzen, unterstützen.“

Die Workcampteilnehmer basteln Großpuppen für die Abschlusskundgebung mit der sie in einer Performance das Motto „Vor der eigenen Tür kehren“ darstellen werden. Der Abzug der Atomwaffen aus Deutschland, den die Kampagne „unsere zukunft atowmaffenfrei“ fordert soll Deutschland Beitrag auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien Welt sein. Die Workcampteilnehmer werden auch die Bürgermeister für den Frieden betreuen, welche am Montag den 25.8. sich mit einer Friedenstafel vor dem Haupttor des Fliegerhorstes and en Protesten beteiligen werden. Mutlangens Bürgermeister Seyfried (CDU) hat dazu eingeladen.

Erstaunt waren die Workcampteilnehmer über die Polizei. Sie beobachtete von Anfang an regelmäßig den Aufbau der Zelte, der Kompost Toiletten und die Ankunft der Teilnehmer. Zwei Beamte der Polizeidirektion Koblenz stellten sich vor und wurden beim zweiten Besuch gleich in ein Rollenspiel des Workcamps miteinbezogen: „Wir haben gar nicht gedacht dass wir als so wichtig betrachtet werden.“ Die beiden Beamten machten bei den Besuchen deutlich, dass die Polizei einerseits das Recht auf Demonstration unterstützt, aber auch dass sie konsequent Straftaten verhindern will, dazu gehörten auch die geplanten Aktionen des Zivilen Ungehorsam.

Wolfgang Schlupp-Hauck ist mit dem Auftakt zufrieden. Er erinnert ihn an die Situation in Mutlangen vor 25 Jahren. Zuerst ein Camp, das langsam wächst, Trainings für die gewaltfreien Aktionen, Skepsis und Ablehnung bei der lokalen Bevölkerung. Die Zahlen sind allerdings geringer als damals, das Atomwaffenthema ist kein zentraler Auseinadersetzungspunkt der Gesellschaft. Er hofft, dass die Aktionen dazu beitragen, deutlich zu machen, dass „noch immer der Atomtod in Deutschland lauert. Die Sprengkraft der Bücheler Atombomben entspricht 150 mal Hiroshima.“ Er ist optimistisch, dass dies gelingt: „Wir haben alte und neue Parten für unseren Protest: Ich freue mich auf Barbara Rütting, die ich bei der Prominentenblockade kennen lernte und die in Büchel wieder dabei sein wird. Von großer Bedeutung für den Protest ist auch, dass drei CDU-Bürgermeister unter den Mayors for Peace sein werden, die nach Büchel kommen.“

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