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Datum: Mittwoch, 8. Februar 2012
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Atomwaffenfreies Europa

Nukleare Teilhabe adé?

Deutschlandfunk: Europa und der Atomschirm der Amerikaner

Sendereihe vom 19. bis 23.4.2010

Der atomare Schutzschirm der USA über Europa steht zur Debatte. Die Stützpunkte in den Niederlanden, Belgien, Italien, Deutschland und der Türkei gehören zur "nuklearen Teilhabe" des alten Kontinents. Der Terminus besagt, dass Mitgliedstaaten der NATO ohne eigene Nuklearwaffen am Einsatz amerikanischer Atomwaffen beteiligt werden.

Die Staaten werden in Entscheidungen einbezogen, lagern die Sprengköpfe, sorgen für die technischen Voraussetzungen, um die Nuklearwaffen einsatzbereit zu halten. Die USA überwachen in Friedenszeiten, im Kriegsfall behalten die Amerikaner die Kontrolle, die sogenannten Teilhabestaaten sind im Ernstfall die einsetzenden Länder.

Dieses Konzept aus Zeiten des Kalten Krieges ist Teil der Abschreckungspolitik der NATO und eben dieses Konzept steht jetzt zur Debatte. Die Außenminister der Benelux-Staaten, Deutschlands und Norwegens haben mit einem Brief an die NATO-Spitze und die USA den Abzug dieser taktischen Atomsprengköpfe aus Europa gefordert, in Rom und Ankara stößt diese Bitte auf Ablehnung.

Vor dem NATO-Gipfel in Tallinn berichtet "Europa Heute", wie die Abrüstungsdebatte in verschiedenen Ländern politisch geführt wird und wie sie bei den Menschen rund um die Stützpunkte ankommt.

19.4.2010
Teil 1: Italien:
US-Kampfflieger erregen Proteste - Warum sich die Bürger von Vicenza gegen den US-Stützpunkt wehren

20.4.2010
Teil 2: Die Niederlande:
"Da wird schon nichts schief gehen" - Niederländische Militärbasis ist auch Arbeitgeber in der Region

21.4.2010
Teil 3: Norwegen:
Idealismus als Antrieb - Norwegen erinnert die USA an eigene Versprechen

22.4.2010
Teil 4: Belgien
Belgien, die NATO und die taktischen Atomwaffen

23.4.2010
Teil 5: Türkei
"Atomwaffen wollen wir in unserer Region nicht haben"

Zeit für ein atomwaffenfreies Europa

Die Vereinigten Staaten lagern in fünf europäischen Ländern weiterhin ca. 200 taktische Atomwaffen, von denen rund die Hälfte der NATO unter der nuklearen Teilhabe zugeordnet sind. Letztere sind in Belgien, Deutschland, Italien, den Niederlanden und der Türkei stationiert – also in Ländern, die offiziell als Nicht-Atomwaffenstaaten gelten und dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten sind. Aus Griechenland hingegen wurden die US-Atomwaffen schon vor etlichen Jahren abgezogen, und die griechische Regierung hat vermutlich auch ihre Mitwirkung an der politischen Komponente der nuklearen Teilhabe aufgegeben.

Großbritannien verfügt über vier U-Boote, die mit US-amerikanischen Trident-Raketen und 180 in Großbritannien gefertigten Nuklearsprengköpfen bestückt sind.

Frankreich ist nicht in die nukleare Planung oder Teilhabe der NATO integriert, besitzt aber selbst 300 Atomwaffen; als Trägersysteme dienen U-Boote und Bomber. In einer politischen Grundsatzrede begründete der damalige Präsident Chirac, dieses Arsenal werde für die Verteidigung von Frankreich und seiner „“, einschließlich der „“, gebraucht.

Und natürlich dürfen in der Aufzählung die mehr als 5.000 Atomwaffen Russlands nicht fehlen, von denen auf Grund ihrer Größe und Reichweite etwa 2.330 als »taktisch« eingestuft werden. Ein erheblicher Teil der taktischen Sprengköpfe ist vermutlich entlang der russischen Flanke nach Europa stationiert.

 

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