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Rubrik: Home | Hintergründe | Atomwaffen in Deutschland
Datum: Sonntag, 1. August 2010
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In Deutschland liegen Atomwaffen
Obwohl die überwiegende Mehrheit (weit über 80 Prozent) der deutschen Bevölkerung sich in Umfragen gegen Atomwaffen ausspricht, wissen viele Menschen nicht,
- dass hier Atomwaffen stationiert sind,
- dass Deutschland eigene Flugzeuge und Piloten für den Einsatz zur Verfügung stellt,
- dass diese Piloten den Einsatz üben
- und dass Deutschland sich an der Nuklearen Planungsgruppe der NATO beteiligt.
Nach der Wiedervereinigung hat Russland seine Atomwaffen vertragsgemäß aus dem Osten Deutschlands abgezogen. Die USA haben jedoch immer noch ca. 20 taktische Atomwaffen im Stationierungsort Büchel in Rheinland-Pfalz, die der NATO zur Verfügung stehen. Laut aktuellen Informationen von Atomwaffenexperten in den USA und in Deutschland sind die bisher zusätzlichen 130 US-Atomwaffen von dem US-Luftwaffenstutzpunkt Ramstein abgezogen worden.
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Als deutschen Beitrag zur weltweiten Abrüstung und um glaubwürdig mit Staaten verhandeln zu können, die eventuell glauben, Atomwaffen würden ihnen Sicherheit bieten, sollte Deutschland im obigen Sinne auf diese Waffen verzichten.
Es ist doppelzüngig, von anderen zu verlangen, auf Atomwaffen zu verzichten, während Deutschlands Sicherheit noch immer auf atomarer Abschreckung basiert.
Humanitäres Völkerrecht in bewaffneten Konflikten
Druckschrift Einsatz Nr. 03, Juni 2008, Seite 5
Zitat aus der sogenannten Taschenkarte für Bundeswehrsoldaten:
"Insbesondere der Einsatz folgender Kampfmittel ist deutsche Soldaten bzw. Soldatinnen verboten: Antipersonenminen, atomare Waffen, biologische Waffen und chemische Waffen."
Die Piloten der Jagdbomber in Büchel werden von der Bundeswehr also bezahlt, damit zu üben, was ihnen völkerrechtlich verboten ist - den Einsatz von Atomwaffen.
Tagesspiegel: "Barack Obama weiß es längst: Deutschlands nukleare Teilhabe gefährdet die weltweite Abrüstung. Es ist anachronistisch zu fordern, die in Deutschland stationierten US-Atomwaffen (vorerst) nicht abzuziehen. Die fortgesetzte Mitwirkung Deutschlands an der nuklearen Abschreckung ist sicherheitspolitisch nicht mehr zu rechtfertigen und schadet globalen Bemühungen um die Kontrolle und Abrüstung von Kernwaffen."