30.08.2008

Drei belgische Friedensaktivisten entern Atomwaffen-Stützpunkt Büchel

FriedensaktivistInnen entern Atomwaffen-Stützpunkt Büchel (Rheinland-Pfalz)

Drei belgischen FriedensaktivistInnen ist es gelungen, den von Hunderten von Feldjägern und PolizistInnen bewachten Atomwaffen-Stützpunkt Büchel zu entern. Sie kletterten gegen 15.30 Uhr über den Zaun. Mit ihrer gewaltfreien Aktion protestierten sie gegen die Beteiligung Deutschlands an den Atomkriegsplaenen der NATO.

In Büchel trainieren Bundeswehr-Piloten den Einsatz von rund 20 auf dem Fliegerhorst gelagerten US-Atombomben. "Atomwaffen sind voelkerrechtswidrig, ihr Einsatz ist ein Kriegsverbrechen", unterstrich ein Sprecher der AktivistInnen. Mit dem Go-In wolle man den reibungslosen Ablauf auf dem Militärgelände stoeren und zugleich den politischen Druck für den Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland erhöhen.

Die FriedensaktivistInnen zitierten ein Faltblatt des Bundesverteidigungsministeriums von Juni dieses Jahres, das Bundeswehr-Soldaten ausdruecklich den Einsatz von Atomwaffen verbietet. "Im Widerspruch dazu hält die Bundesregierung weiterhin an der nuklearen Teilhabe fest, anstatt den Abzug der Atomwaffen aus Deutschland zu verlangen", kritisieren die AktivistInnen. Uniformierte nahmen die AktivistInnen hinter dem Zaun in Gewahrsam. Ihnen droht eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Sie kündigten an, die juristische Auseinandersetzung um die Rechtmäßigkeit von Atomwaffen und von Protesten dagegen offensiv zu fuehren. Vier weitere Personen wurden vor dem Zaun von der Polizei in vorbeugenden Gewahrsam genommen. Seit 1997 sind bei insgesamt sieben Aktionen FriedensaktivistInnen trotz vorheriger Ankuendigung auf den Atomwaffenstützpunkt in Buechel gelangt.

An verschiedenen Demonstrationen und Aktionen gegen die Atomwaffen in Buechel beteiligten sich an diesem Samstag insgesamt rund 2.000 Menschen. Rund 30 hatten gewaltfreie Aktionen des Zivilen Ungehorsams angekuendigt, darunter die alternative Nobelpreisträgerin Angie Zelter. Gegen 16:30 Uhr nahm die Polizei sieben weitere Personen in Gewahrsam, die am Tor 2 des Fliegerhorstes Flugblätter an die Feldjäger verteilten.

www.gaaa.org/bye-bye-nuclear-bombs/

Pressekontakt: 0176 – 96 23 86 56 Hinweis: Weitere Infos folgen bei neuen Ereignissen.

« zurück


Appell "Für eine Welt ohne Atomwaffen"

Kongress Friedenskultur.2010

 

Reinhold Thiel, Allgemeinarzt bei der IPPNW und Friedensnetzwerk Ulm bewirbt zwei neue Bürgermeister für den Frieden.

verkleinern vergrößern
Seite empfehlen Seite drucken