Commerzbank soll aus Geschäften mit Atomwaffenproduzenten aussteigen

Joggers mit der Bombe an Ihrer Seite

[01.08.2014] 

Im Rahmen eines Mahngangs werden rund 100 Mitglieder des Internationalen Versöhnungsbundes* in Konstanz dagegen protestieren, dass die Commerzbank der zweitgrößte Investor in Deutschland in Atomwaffentechnologie ist. Sie werden unterstützt von der Friedensnobelpreisträgerin Mairead Corregan Maguire aus Nordirland (1976) sowie den TrägerInnen des Alternativen Friedensnobelpreises Sulak Sivaraksa, thailändischer Friedens- und Umweltaktivist (1995) und Alyn Ware, Koordinator des Parlamentarischen Netzwerkes für nukleare Abrüstung und Nichtproliferation (2009).

Geplant ist ein „Die-In“, bei dem die Teilnehmenden sich auf den Boden legen, um zu symbolisieren „Rüstung tötet“ und fordern „keine Bombengeschäfte.“ Eine Gruppe von Joggern soll die Commerzbankwerbung mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft parodieren. In der Filiale wird ein Brief für den Vorstandsvorsitzenden Martin Blessing übergeben.

Blessing hatte auf der letzten Hauptversammlung erklärt, dass die Commerzbank, den sensiblen Bereich der Rüstungsproduktion vorbildlich geregelt habe. Ihre Richtlinie für Rüstungsgeschäfte schließe die Finanzierung von Waffengeschäften in Konflikt- und Spannungsgebieten ebenso aus wie die Finanzierung von „kontroversen Waffen“.

Dies trifft jedoch nicht für die Finanzierung von Mischkonzernen zu, die nur einen Teil ihres Umsatzes im Bereich Atomwaffen machen. Deshalb kritisiert die Aktion die Rüstungsrichtlinien als unzureichend, da Unternehmen, die ausschließlich Atomwaffen produzieren, nicht bekannt sind. Der Brief fragt: „Warum hat sich die Commerzbank bei Streumunition kategorisch gegen die Finanzierung von Mischkonzernen ausgesprochen, bei Atomwaffenproduzenten hingegen nicht?“

Die Aktion des Internationalen Versöhnungsbundes ist Teil der Kampagne „Atomwaffen – ein Bombengeschäft“. Sie thematisiert Investitionen von Finanzinstituten in Produzenten von Atomwaffen und deren Trägersystemen sowie Kreditvergaben an diese Firmen. Das Geschäft mit der Massenvernichtung wird weltweit jährlich in der Studie „Don’t Bank on the Bomb“ (Hrsg. PAX & ICAN) beleuchtet. Die Studie nennt insgesamt 298 Finanzdienstleister aus 30 Ländern, die in Unternehmen investieren, die Atomsprengköpfe sowie Atomwaffen-Trägersysteme entwickeln, produzieren oder warten. Dazu gehören u.a. Raketen, Bomber und U-Boote. Weltweit investieren Finanzinstitute in einer Größenordnung von 235 Mrd. Euro ($314 Mrd.) in 27 Hersteller dieser nuklearen Massenvernichtungstechnik.

In Deutschland ist die Commerzbank der zweitgrößte Investor in Unternehmen, die Atomwaffen und ihre Trägersysteme herstellen. Nach Recherchen der Kampagne hat die Commerzbank in den letzten drei Jahren neun Atomwaffenproduzenten Finanzmittel in Form von Aktien, Anleihen und Krediten zur Verfügung gestellt. Das Volumen beträgt hierbei insgesamt ca. 1,8 Mrd. Euro.

Pressekontakt: Wolfgang Schlupp-Hauck, Sprecher der Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“, Tel: 0176 50 62 83 77

*Der Internationale Versöhnungsbund ist seit 100 Jahren gewaltfrei aktiv gegen Gewalt, Unrecht und Krieg. 1914 tagte in Konstanz eine Konferenz von Christen aus verschiedenen Ländern, in dem Versuch den drohenden Krieg noch abzuwenden. Der Kriegsausbruch führte jedoch zum vorzeitigen Ende des damaligen Treffens. Als Zeichen ihrer Freundschaft, der Überzeugung Konflikte gewaltfrei lösen zu können und im Widerstand gegen das Kriegstreiben ihrer Herkunftsländer gründeten die Teilnehmer den Internationalen Versöhnungsbund (IFOR). In den letzten 100 Jahren sind in diesem Verband Zweige auf allen Kontinenten entstanden, dessen Mitglieder zu den verschiedensten Religionen gehören.

Zu seiner Einhundertjahrfeier tagt deshalb der Internationale Versöhnungsbund in Konstanz.

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Medienecho

Forsa-Umfrage, Kampagnenstart und Ostermarsch in Büchel

Duluth Reader - US Citizens to Join Protests of US Nuclear Weapons Deployed in Germany, 16.03.2017

Rhein Main Presse - Engagement nicht nur für die Umwelt, 14.03.2017

FriedensForum - Verhandlungen für ein Atomwaffenverbot 2017 mit vielfältigen Aktionen unterstützen, 11.03.2017

Hohenloher Tageblatt - Menschen in Ellwangen unterschreiben für den Frieden, 10.03.2017

SWR Rakete - Frieden schaffen ohne Waffen, 01.03.2017

pressenza - Deutschland weigert sich, über Atomwaffen zu verhandeln, 21.02.2017

Die Welt – Proteste ab 26. März, 02.02.2017

FriedensForum – UN-Mehrheit forciert Verhandlungen über Verbotsvertrag, 04.01.2017

graswürzelrevolution – Präsenz in Büchel 26. März bis 9. August - Aktionsgruppen gesucht, 11.04.2016

Mittelbayerische Zeitung – Raus mit den Atomwaffen, 10.04.2016 (Gastbeitrag)

DKP – Büchel: Gegen Atomwaffen und Angriffskriege, 09.04.2016

Frankfurter Rundschau – Ein Schritt zur atomwaffenfreien Welt, 29.03.2016 (Gastbeitrag)

evangelisch.de – Ostermarschierer in Büchel fordern Abzug der Atomwaffen, 28.03.16

t-online.de – Atomwaffengegner treffen sich zu Ostermarsch in Büchel, 28.03.16

Die Welt – Osterdemonstranten vor Fliegerhorst Büchel, 28.03.2016

Süddeutsche Zeitung – Atomwaffengegner treffen sich zu Ostermarsch in Büchel , 28.03.2016

Focus – Gegen Krieg: Osterdemonstranten vor Fliegerhorst Büchel, 28.03.2016

Kölner Stadtanzeiger – Atomwaffengegner treffen sich zu Ostermarsch in Büchel, 28.03.2016

Der Freitag – Bürger gegen Bomben, 24.03.2016

Nordwestzeitung – Bundesbürger für Atomwaffen-Verbot, 24.03.2016

Ökonews – Forsa-Umfrage: Überwältigendes Votum für Abzug und Verbot von Atomwaffen, 24.03.2016

epd-Meldung – Umfrage: Fast alle Deutsche für Atomwaffen-Verbot, 23.03.2016

Neues Deutschland – Große Mehrheit der Deutschen für die Abrüstung, 23.3.2016 (Vollständiger Artikel nur mit Abo lesbar)

Evangelische Friedensarbeit – Umfrage: Große Mehrheit der Deutschen für Atomwaffen-Verbot, 23.3.2016

Pressenza – Überwältigendes Votum für Abzug und Verbot von Atomwaffen, 23.3.2016

Rhein-Zeitung–Büchel - Friedensaktivisten demonstrieren gegen Atomwaffen, 23.03.2016 (nur mit Abo lesbar)