büchel65 zieht Halbzeitbilanz

Ziviler Ungehorsam übt Druck auf NPT-Überprüfungskonferenz aus

Blockade der Linksjugend [‘solid] Rheinland-Pfalz, 25. April. Foto: buechel-atomwaffenfrei.de
Bisher 13 Blockaden mit 200 AktivistInnen

[27.04.2015] 

Im Rahmen von büchel65 finden seit dem 26.3.2015 regelmäßig Blockaden der Zufahrten zum Atomwaffenlager in der Südeifel statt.

Damit will die Kampagne Druck auf die heute in New York beginnende Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag ausüben: „Atomwaffenbesitz ist völkerrechtswidrig. Das Üben mit Atombomben ist damit ein Verstoß gegen die Menschlichkeit. Wir setzen die Kraft des Zivilen Ungehorsam dagegen: Not in our name!“

Katja Tempel, Sprecherin der Initiative, die jetzt seit 23 Tagen vor Ort ist, beschreibt die Blockaden:
 „Alle AktivistInnen sind bereit, Unbill in Kauf zu nehmen: Sie werden zur Seite geräumt, werden durch Platzverweise vom Aktionsort ausgeschlossen, Einzelne werden bei beharrlichem Wiederhinsetzen in Gewahrsam genommen. Da sitzt eine 84-jährige neben einer 14-jährigen. Sie musizieren, argumentieren und diskutieren, sitzen still im Blockadesitz auf der Erde oder lesen Gedichte von Erich Fried. Das Auto mit dem Soldaten, der zum Dienstbeginn will, muss wieder umdrehen. Sie harren aus bei Kälte und Sturm und riskieren Anzeigen wegen Nötigung. Alle eint die Vision einer Welt ohne Atomwaffen.“

Seit dem Beginn der Blockadekampagne am 5. Jahrestag des Bundestagsbeschluss zum Abzug der Atomwaffen aus Büchel, haben 13 Blockaden mit 200 AktivistInnen stattgefunden. Gruppen aus Rostock, Hamburg oder Bremen, Regionalgruppen der „Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges - Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW)“, des „Jugendnetzwerk für politische Aktionen (JunepA)“, oder selbstverwaltete Betriebe aus Köln und die Linksjugend[Solid] haben blockiert. Aus Frankreich ist eine antimilitaristische Gruppe angereist.

Zeitweise ist es den Gruppen gelungen, den gesamten Verkehr in und aus dem militärischen Gelände für mehrere Stunden zu unterbinden. Einige Blockaden wurden schon nach kurzer Zeit geräumt und die KriegsgegnerInnen setzten ihren Protest an der Zufahrt mit Transparenten fort. „Hier üben deutsche Soldaten auf Nato-Befehl US-Atombomben ins Ziel zu fliegen und abzuwerfen.“ Das konnten dann alle Vorbeifahrenden lesen. „Später kann niemand sagen, er habe von alledem nichts gewusst-  auch wenn die Bundesregierung und sogar der Landkreis Cochem-Zell immer noch bestreiten, von US-Atomwaffen zu wissen.“

Die Initiative bereitet sich auf die nächsten Blockaden vor. Weitere 10 Blockadegruppen haben bereits auf der Internetseite der Kampagne erklärt, an welchem Tag sie blockieren werden. Am 28. April 2015 wird eine französische Gruppe aus dem Maison de Bure den Militärverkehr behindern. Diese Gruppe arbeitet sonst an der Verhinderung eines Endlagers für atomare Abfälle in Lothringen.

„Solange es Atomwaffen in Deutschland gibt, werden wir Zivilen Ungehorsam leisten müssen“ erklärt Katja Tempel.

In Büchel lagern die ca. 20 noch auf deutschem Boden stationierten Atomwaffen. Mit einer Sprengkraft von jeweils 20 Hiroshima-Bomben sollen sie von deutschen Tornados unter amerikanischem Befehl im Kriegsfall zum Einsatz kommen (Nukleare Teilhabe).  Dagegen und gegen die Existenz von Atomwaffen weltweit wendet sich die Initiative büchel65. Im Atomwaffensperrvertrag verzichten die Unterzeichnerstaaten, die nicht im Besitz von Kernwaffen sind, auf den Erwerb von Atomwaffen. Die fünf offiziellen Atommächte, die diesen Status dadurch erlangten, dass sie vor dem 1. Januar 1967 eine Kernwaffe gezündet haben, verpflichten sich im Gegenzug, „in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen […] über einen Vertrag zur allgemeinen und vollständigen Abrüstung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle“. Diese Verpflichtung wird alle 5 Jahre auf einer Konferenz (NPT- Konferenz) überprüft.

Wir vermitteln auch den Kontakt zu Blockadegruppen. Dadurch besteht die Möglichkeit eine Gruppe vor, während und nach der Aktion hautnah zu begleiten. 

Für weitere Informationen und Interviewanfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Kontakt:

Katja Tempel, Pressesprecherin, 0160-44 00 206

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