Tornado Flugzeug mit B61-Bombe. Foto© US-Luftwaffe
Passen die neuen Atombomben auf die alten Tornados?

Modernisierung der US-Atomwaffen

Die USA planen, ihre Atombomben des Typs B61 zu modernisieren, damit sie bis 2050 einsatzbereit bleiben. Droht eine erneute Trendwende? Zurück zu nuklearer Modernisierung oder gar begrenzter nuklearer Wiederaufrüstung in Europa?

Nach derzeitiger Planung soll die neue Bombe B61-12 bis 2019 entwickelt werden, 2020 sollen deren Serienproduktion und Stationierung beginnen. Die neuen Bomben sollen eine geringere Sprengkraft haben als die meisten heute verwendeten, aber wesentlich treffgenauer sein. Das würde ihren militärischen Nutzen und die Einsetzbarkeit erhöhen.

Mit der Modernisierung der B61 soll der Unterschied zwischen "taktischen" und "strategischen" Bomben beseitigt werden. Künftig soll ein und dasselbe Modell mit Jagdbombern und strategischen Bombern zum Einsatz kommen.

Die Modernisierung hätte Auswirkungen auf die Zukunft der nuklearen Teilhabe. Sie könnte die künftige Rolle nuklearer Waffen in den strategischen Konzepten der USA und der NATO verändern bzw. stärken.

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Kampfflugzeuge hinter dem Tor in Atomwaffenstandort Büchel, Bild: atomwaffenfrei-Archiv/2005
Bundesregierung sollte die Modernisierung verhindern

Bombengeschäft mit US-Atomwaffen

Gastbeitrag in der FR von Xanthe Hall

[24.09.2015] 

Lange war die Modernisierung der US-Atomwaffen in Deutschland angekündigt. Nun beginnen die USA am Atomwaffenstandort Büchel in der Eifel Nägel mit Köpfen zu machen: Sie verbessern den Bundeswehr-Stützpunkt, um einen Einsatz ihrer Atomwaffen auch künftig weiter zu ermöglichen. Die Landebahn wird mit einem modernen Instrumentenanflugsystem ausgestattet, die Zäune verstärkt, für die Wartung der Atomwaffen werden neue Lastwagen angeschafft und die Trägerflugzeuge erhalten eine spezielle neue Software. Denn in Europa werden neue US-Atomwaffen stationiert.

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Monitor-Bericht zur nuklearen Gefahr
Mit dem Misstrauen wächst die Gefahr

Atomkrieg in Europa?

ARD-Monitor Bericht zur Rückkehr der nuklearen Gefahr

[09.04.2015] 

Mehrfach hat Russland in den letzten Monaten dem Westen mit dem Einsatz seiner Atomwaffen gedroht. Beide Seiten werfen sich vor, bestehende Abrüstungsverträge zu verletzten. Gleichzeitig investieren Russland und die USA Milliarden in die Modernisierung ihrer Nuklearstreitkräfte. Das Misstrauen wächst und mit ihm die Gefahr eines unbeabsichtigten Atomschlags. Die sei derzeit sogar größer als zu Zeiten des Kalten Krieges, warnen Experten.

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Büchel Atomwaffenstandort, nahe Cochem, Rheinland Pfalz
Politisch war ihr Abzug eigentlich schon entschieden

Tagespiegel

Nuklearwaffen werden nicht abgezogen, sondern modernisiert

[23.07.2014] 

Arne Bensiek schreibt in der Tagesspiegel: »Politisch war der Abzug der US-Atombomben von deutschem Boden eigentlich schon entschieden. Aber jetzt werden sie offenbar durch hochmoderne neue Waffen ersetzt. Die Bundesregierung windet sich. «

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Elke Koller im Bericht von Monitor am 19.6.2014
Werden die Tornados neue Präzisions-Atombomben tragen?

Monitor: Atombomben in Deutschland

Das falsche Spiel der Bundesregierung

[19.06.2014] 

Die Bundesregierung ist in das umstrittene Programm zur Modernisierung der US-Atomwaffen auf dem Fliegerhorst Büchel offenbar viel stärker eingebunden als bisher behauptet. Noch vor kurzem hatte die Bundesregierung erklärt, die umstrittene Modernisierung sei ein rein „nationales Programm“ der USA. Daher habe es darüber „keine Verhandlungen mit den USA“ gegeben. Nach Recherchen des WDR-Magazins MONITOR war die Bundesregierung aber offenbar eng in die Planungen eingebunden.

Beitrag von "Monitor" anschauen

Abends am Haupttor Büchel bei der 24-Stunden Blockade am 11./12.August. Foto: Sam Staudte / IPPNW
Die SPD soll für die Abrüstung eintreten

Friedensgruppen: SPD soll Atomwaffen-Modernisierung ablehnen

Offener Brief an den SPD-Fraktionsvorstand

[16.06.2014] 

Die Kampagnen „atomwaffenfrei.jetzt“, ICAN und „Atomwaffen – ein Bombengeschäft“, die deutsche IPPNW-Sektion sowie das Netzwerk „Kooperation für den Frieden“ haben heute einen offenen Brief an den SPD-Fraktionsvorstand veröffentlicht. Darin wird die SPD aufgerufen, „dezidiert Stellung zu beziehen gegen die Stationierung neuer Atombomben in Deutschland“.

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© NNSA
An der Zeit, Deutschland atomwaffenfrei zu machen

Deutschland braucht keine neuen Atombomben

[28.05.2014] 

„Deutschland braucht keine neuen Atombomben. Wir brauchen eher einen Plan, wie wir die alten Atombomben loswerden. Die in der Eifel gelagerten US-Atomwaffen erhöhen die Sicherheit Deutschlands in keiner Weise und sollten abgezogen werden. Im Gegenteil: Atomwaffen gefährden die Existenz unseres Lebens in hohem Maße.”

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B61-Modernisierung: Das wird teuer!

Europäer sollen für nukleare Modernisierung mitzahlen

[10.02.2014] 

Die geplante nuklearfähige Version des neuen Jagdbombers der USA, des Joint Strike Fighters F-35, sei nur noch dann zu entwickeln, wenn die Europäer sich verpflichten, einen Teil der Kosten zu übernehmen. Gebe es kein finanzielles „Burdensharing“, keine finanzielle Lastenteilung, so sei es besser, auf das mehrere Hundert Millionen Dollar teure Vorhaben zu verzichten, so Norton Schwartz, ehem. Stabschef der US AirForce.

Blogpost von Otfried Nassauer lesen

Eine einzige Bombe für alle Aufgaben

Die All-in-One-Atombombe

Otfried Nassauer zur B61-12-Modernisierung

[07.11.2013] 

Bis 2020 soll die erste der B61-12 jetzt fertiggestellt sein. Weitere vier Jahre später, 2024, sollen die Produktion abgeschlossen und die alten Bomben abgelöst sein. In den USA, in Europa und auch in dem deutschen Eifel-Dörfchen Büchel, auf dessen Fliegerhorst noch immer bis zu 20 US-Atombomben vom Typ B61 gelagert sind. Die B61-12 ist eine „All in One“-Bombe. Sie soll alle sechs vorhanden Atombombentypen der USA ablösen und deren unterschiedliche militärische Funktionen mit ihren Fähigkeiten vereinen. Heraus kommt dabei weit mehr als eine Lebensdauerverlängerung.

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Westerwelle blieb zu Atomwaffen bei der MSC stumm

Münchener Sicherheitskonferenz

Verhandlungs-START statt Modernisierungsstopp

[04.02.2013] 

Während Obama über eine neue Runde der Strategic Arms Reduction Talks (START) mit Russland nachdenkt, schreitet die Modernisierung der taktischen, in Europa stationierten Atomwaffen voran. Die Modernisierung der US-Atomwaffen ist in vollem Gange, allein für das Jahr 2013 sind 369 Millionen US-Dollar für die Modernisierung vorgesehen.

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Die US-Atombomben in Büchel sind nicht ausreichend gegen Feuer geschützt, Foto: US govt.
Die US-Atombomben in Büchel sind nicht ausreichend gegen Feuer geschützt

US-Atombomben nicht brandsicher

Plutonium könnte bei Feuer oder Explosion austreten

[06.11.2012] 

Die geplante Modernisierung soll angeblich der Sicherheit und Zuverlässigkeit des US-Atomarsenals dienen. Die Bomben der Typen B61-3 und B61-4 gelten als ziemlich sichere Waffen. Sie weisen jedoch eine bekannte Schwachstelle auf: Ihre Kernzünder sind nicht feuerresistent. Bei einem Flugzeugunfall mit längerem Treibstoffbrand kann deshalb aus einer beschädigten Waffe unter Umständen Plutonium freigesetzt und über Rauch- und Aerosolwolken weiträumig verteilt werden. Dieses Sicherheitsmanko wird jedoch auch durch die geplante Modernisierung der B61-Bomben nicht behoben.

Bericht von der Sendung FAKT
Mehr Infos zur Modernisierung der B61-Bombe

Flaggen der Kampagne. Foto: Phillip Ingenleuf
Deutschland soll atomwaffenfrei werden - jetzt!

Abzug statt Modernisierung

Keine Lebensdauerverlängerung der Atomwaffen in Europa

[13.09.2012] 

Die Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“ wendet sich gegen die Modernisierung und den weiteren Verbleib der US-Atomwaffen in Deutschland. In der heute veröffentlichten Studie „Atomwaffen-Modernisierung in Europa – Das Projekt B 61-12“ belegen die Autoren Otfried Nassauer und Gerhard Piper, dass die USA weit mehr planen als eine simple Lebensdauerverlängerung der atomaren Bomben. Die auch in Büchel stationierte B61-Bombe soll so weit modernisiert werden, dass sie neue Einsatzmöglichkeiten bietet. Sie wäre damit viel präziser und lenkfähiger als die alte. Ihr Einsatz soll weniger so genannte "Kollateralschäden" verursachen. Damit könnte die Hemmschwelle sinken, diese Waffen auch einzusetzen.

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Hans Kristensen, Atomwaffenexperte aus den USA. Foto: Xanthe Hall/IPPNW
Hans Kristensen, Atomwaffenexperte aus den USA

24 Stunden Crashkurs in Modernisierung von Atomwaffen

Blogpost von Xanthe Hall

[30.04.2012] 

Hans Kristensen, US-amerikanischer Däne und Atomwaffenexperte, hat Berlin besucht. Xanthe Hall hatte die Aufgabe, ihn für einen Teil seiner Zeit in Berlin zu begleiten und war mit ihm beim Auswärtigen Amt, hat eine Gesprächsrunde mit FriedensaktivistInnen und ExpertInnen mitmoderiert und eine Pressekonferenz mit ihm veranstaltet. Zum Schluss hat sie alles, was sie von ihm in den 24 Stunden gehört hat, in einer Pressemitteilung zusammengefasst und abgesetzt. Es war harte, aber fruchtbare Arbeit.

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Otfried Nassauer. Foto  © KoPI
Otfried Nassauer, Experte zur Sicherheitspolitik

Atomwaffen-Modernisierung in Europa

Was sind die Weichenstellungen?

[29.03.2012] 

2012 und 2013 werden voraussichtlich Weichen gestellt, die darüber entscheiden, ob der Zug weiter in Richtung nukleare Abrüstung fährt, oder ob 25 Jahre nach dem INF-Vertrag Entscheidungen über nukleare Modernisierung wieder zu einem zentralen Thema in Europa werden. In seinen einleitenden Bemerkungen beim Treffen der Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“ mit Bundestagsabgeordneten am 29.3.2012 kommentiert Otfried Nassauer vom BITS das politische Bewusstsein für die Weichenstellung und die Notwendigkeit politischer Einmischung.

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Neue Studie und IPPNW-Aktuell

Atomwaffen-Modernisierung in Europa

Flaggen der Kampagne

Die Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“ wendet sich gegen die Modernisierung und den weiteren Verbleib der US-Atomwaffen in Deutschland. In der 60-seitigen Studie „Atomwaffen-Modernisierung in Europa – Das Projekt B 61-12“ belegen die Autoren Otfried Nassauer und Gerhard Piper, dass die USA weit mehr planen als eine simple Lebensdauerverlängerung der atomaren Bomben. Das IPPNW-Aktuell fasst die wichtigsten Punkte der Studie zusammen und fordert alle politische Parteien auf, noch vor der Bundestagswahl zu erklären, dass sie sich für eine vertragliche Ächtung aller Atomwaffen sowie einen Abzug der Atomwaffen aus Deutschland einsetzen werden. Das vierseitige IPPNW-Aktuell ist im DIN A4-Format erschienen.

IPPNW-Aktuell als PDF herunterladen (Webversion)
Studie als PDF herunterladen (Webversion)

Bücheler Bomben sind politischer Sprengstoff

Trierischer Volksfreund

[15.11.2012] 

Die in der Eifel stationierten Kernwaffen sind ins Zentrum einer nuklearpolitischen Debatte gerückt. Denn Friedensforschern zufolge will die USA mit ihnen eine neue Atombombengeneration schaffen, die bis 2050 einsetzbar ist. Das deutsche Verteidigungsministerium plant nun, die für Atombomben geeigneten Tornadojets länger im Dienst zu halten. Das Ziel eines atomwaffenfreien Deutschlands scheint damit in weite Ferne zu rücken.

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Der Tornado als Nuklearwaffenträger

BITS-Sachstand

[06.11.2012] 

Die Bundesrepublik Deutschland hat der NATO zugesagt, bis zu 46 Kampfflugzeuge vom Typ Tornado als Trägersysteme in abgestufter Bereitschaft für den Einsatz nuklearer Waffen zur Verfügung zu stellen. Da die NATO beschlossen hat, die Daueraufgabe Nukleare Teilhabe vorläufig beizubehalten, stellt sich die Frage, wie lange der Tornado noch in Dienst gehalten werden kann. Die Antwort auf diese Frage ist ein „bewegliches Ziel“. Otfried Nassauer schreibt über den Stand der Planung.

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