Bombspotting XL 16-04-2005: NATO. Foto © vredesactie.be
Für die Beseitung der Arsenale fehlt einen Plan

Das Problem

Ein Überblick

Neun Länder besitzen zusammen rund 17.000 Atomwaffen. Etwa 2.000 werden von den USA und Russland in höchster Alarmbereitschaft gehalten, d.h. dass sie innerhalb von Minuten einsatzbereit sind. Die meisten dieser Waffen haben ein viel größeres Zerstörungspotential als die Bomben, die 1945 auf Japan abgeworfen wurden.

Ein einziger Atomsprengkopf kann, wenn er über einer großen Stadt detoniert, Millionen Menschen töten. Da die Abrüstungspläne der Atommächte bislang gescheitert sind, steigt das Risiko, dass auch andere Länder oder Terroristen in den Besitz dieser Waffen kommen. Je mehr Finger über einem roten Knopf schweben, desto gefährlicher wird die Welt. Dass Atomwaffen weder weiterverbreitet noch eingesetzt werden, kann man nur garantieren, wenn man sie vernichtet.

Die Vision einer atomwaffenfreien Welt haben sich in jüngster Zeit auch die Regierungschefs einiger Atomwaffenstaaten zu Eigen gemacht. Dennoch geben sie weiter Milliarden Dollar für die Modernisierung ihrer Atomwaffen aus: Geld, das man in die Grundversorgung investieren könnte, z.B. in das Gesundheitswesen oder in Bildung. Für die Beseitigung ihrer Arsenale fehlt jedoch nach wie vor ein konkreter Plan.

Der "Rattenschwanz"
In Europa sind im Rahmen der "nuklearen Teilhabe" der NATO in Belgien, Deutschland, Italien, in den Niederlanden und der Türkei US-Atomwaffen stationiert. Weitere 23 Länder verlassen sich für ihre Sicherheit auf die Atomwaffen der USA.

Mehr als 40 Staaten haben Atomreaktoren, in denen Material für Atomwaffen aufbereitet werden könnte. Das nukleartechnologische Wissen verbreitet sich. Das erhöht die Gefahr, dass weitere Länder die Bombe entwickeln.

Gleichzeitig leiden Menschen weltweit unter den Auswirkungen von Atomwaffentests und Uranabbau, die ihre Gesundheit gefährden und die Umwelt belasten.

Jubiläumsmaschine ( Tornado ) in Sonderlackierung für die Feierlichkeiten im Rahmen 50 Jahre Jagdbombergeschwader 33. ©Bundeswehr/Piz Luftwaffe
US-Atombomben werden von deutschen Piloten eingesetzt

In Deutschland liegen Atomwaffen

Die USA haben immer noch ca. 20 taktische Atomwaffen im Stationierungsort Büchel bei Cochem in Rheinland-Pfalz, die der NATO zur Verfügung stehen. Diese Atomwaffen sind frei fliegende Atombomben vom Typ B61. Im so genannten Verteidigungsfall sollen diese Atomwaffen an Deutschland als Bündnispartner weiter gegeben und mit deutschen Flugzeugen, geflogen von deutschen Piloten, eingesetzt werden. Ein unhaltbarer Zusatand, der seit vielen Jahren kritisiert wird.

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Tornado Flugzeug mit B61-Bombe. Foto© US-Luftwaffe
Der Tornado dient bis mindestens 2020 als Atomwaffenträger

Modernisierung der US-Bomben in Europa

Im August 2011 haben wir erfahren, dass die schätzungsweise 180 B61-Atombomben in Europa modernisiert werden, darunter auch die in Deutschland stationierten. Die neuen Atombomben sollen präziser werden und beim Einsatz geringeren Kollateralschaden verursachen. Damit werden sie nicht nur als politisches sondern auch als militärisches Instrument tatsächlich einsetzbar sein, d.h. sie sind nicht mehr nur ein Relikt aus dem Kalten Krieg, sondern stellen eine glaubwürdige Abschreckung dar.

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Faltblatt

Im Blick: "Modernisierung"

Noch immer lagern 20 Atombomben im Fliegerhorst Büchel in der Eifel: ein Relikt des Kalten Krieges. Diese sollen jetzt modernisiert statt abgerüstet werden. Um die Modernisierung zu verhindern und die Abrüstung zu fördern, starten 50 deutsche Friedensgruppen und Organisationen eine neue Kampagne: atomwaffenfrei.jetzt. Dieses Infofaltblatt enthält Informationen über das Modernisierungsvorhaben und die Kampagne. Beilage im FreiRaum Nr.1/ April 2012. Format DIN A4, 4 Seiten.

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Peter Sodann

Schauspieler, sagt:

Peter Sodann gegen Atomwaffen © Peter Sodann

»Wer für Waffen ist, ist dumm. Wer für Atomwaffen ist, ist saudumm!«