Das Umweltargument

Atomwaffen können alles Leben auf der Erde zerstören. In dieser Hinsicht sind sie einzigartig. Weniger als 0,1% der Sprengkraft des gegenwärtigen Atomwaffenarsenals reicht aus, um einen verheerenden landwirtschaftlichen Kollaps und damit Hungersnöte herbeizuführen. Aktuelle Forschungsergebnisse von Klimaforschern zeigen, dass selbst ein regional begrenzter Atomkrieg mit 100 Waffen von der Sprengkraft der Hiroshimabombe — ein kleiner Teil des weltweiten Bestands — zehn Millionen Tote und eine beispiellose globale Klimastörung zur Folge hätte. Ein Atomkrieg mit mehr als tausend Atomwaffen würde den Planeten unbewohnbar machen.

Nukleare Hungersnöte

Der Rauch und Staub von weniger als 100 Atomexplosionen hätte eine abrupte Absenkung der globalen Temperatur und des Niederschlags zur Folge, weil etwa 10% des Sonnenlichts die Erdoberfläche nicht mehr erreichen würden. Die plötzliche globale Abkühlung würde die Wachstumsphasen verkürzen und damit die Landwirtschaft weltweit bedrohen. Epidemien und Umweltkonflikte würden vermutlich folgen. Bis zu eine Milliarde Menschen könnten Opfer einer durch Atomwaffen hervorgerufenen Hungersnot sein.

Ozonabbau
Ein Atomkrieg würde einen anhaltenden, heftigen Abbau der Ozonschicht verursachen und hätte katastrophale Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier zur Folge. Ein beträchtlicher Anstieg der ultravioletten Strahlung würde zu Hautkrebs, Ernteschäden und zur Zerstörung des Lebens in den Meeren führen.

Nuklearer Winter
Klimaforscher gehen davon aus, dass bei einem Einsatz des gesamten nuklearen Arsenals etwa 150 Millionen Tonnen Rauch in die Stratosphäre gelangen würden. Eine Abnahme der Regenfälle um 45% und eine durchschnittliche Abkühlung der ERdoberfläche von -7 bis -8°C würde folgen. Zum Vergleich: Bei der letzten Eiszeit vor mehr als 18.000 Jahren lag die globale Abkühlung bei durchschnittlich -5°C.

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Ökobilanz der Atomwaffen

Die wahren Kosten für die Menschheit

Orte der radioaktiven Verseuchung finden sich über den gesamten Globus verteilt. Angefangen von dem Nevada-Testgelände in den Vereinigten Staaten bis zur Hanford Nuclear Reservation, der ehemals bedeutendsten Plutoniumfabrik, über das Gelände in Idaho, auf dem 52 Testreaktoren standen, und bis nach Savannah River/North Carolina, wo Plutonium und Tritium für den Bombenbau produziert wurden. In Großbritannien und Frankreich finden sich die größten radioaktiven Verseuchungen um die Wiederaufarbeitungsanlagen Sellafield und La Hague. In China, wo die Umweltauswirkungen der Atomwaffenproduktion streng geheim gehalten werden, sind aus der Presse radioaktive Verseuchungen in der Region Lop Nur bekannt, wo sich das chinesische Testgelände befindet. In Russland zieht sich das strahlende Erbe von Chelyabinsk an der Südostseite des Urals bis zur Wiederaufarbeitungsanlage bei Tomsk in Sibirien und zur unterirdischen chemischen Trennanlage von Krasnoyarsk. Eine unvollständige Auflistung einer unsichtbaren nuklearen Landkarte, die sich über Hunderttausende von Quadratkilometern legt.

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Internationale Kommission zur nuklearen Nichtverbreitung und Abrüstung (ICNND)

«Der Klimawandel mag das globale politische Thema sein, das im vergangenen Jahrzehnt am meisten Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Das Problem der Atomwaffen ist jedoch mindestens genauso schwerwiegend – und viel dringlicher, bedenkt man die möglichen unmittelbaren Folgen.» 2009

ICNND Report: Eliminating Nuclear Threats