24.06.2008

Alternative Energien und Friedensschule statt Atomwaffen

Hintergrundpapier zu Arbeitsplätzen in Büchel

Schon vor einigen Jahren hat sich der Initiativkreis gegen Atomwaffen Gedanken zur Frage der Arbeitsplätze in Büchel gemacht. Dazu gibt es mehrere Ansätze, die hier in aller Kürze von Matthias Engelke dargelegt werden:

1. Ins Verhältnis setzen: Die jährlichen Kosten allein für die Unterbringung der Atombomben belaufen sich auf geschätzte 500 Mill. €; allein mit diesem Geld könnten hunderte von Arbeitsplätzen geschaffen werden oder umgekehrt: Hier werden Jahr für Jahr Arbeitsplätze vernichtet. 

2. Aufklären: Jede Monokultur und jedes Monopol ist auf die Dauer für eine Region zutiefst schädlich. Die vollständige Abhängigkeit von dieser militärischen Einrichtung hat auch im wirtschaftlichen Bereich eine Abhängigkeit geschaffen die Verhaltensweisen an den Tag bringt, wie ich sie aus der Beratung mit Suchtkranken kenne: Alternativlosigkeit, Depression, Wissen um den falschen Weg und Beklagen der Unfähigkeit andere Wege einschlagen zu können etc. Manche Suchtkranke kehren erst um, wenn die Katastrophe da ist –  die wünschen wir niemanden. 

3. Perspektiven entdecken: Angestoßen durch Gedanken von Herrn Paulus, Cochem, hat der Initiativkreis schon verschiedentlich folgendes Modell mit folgenden Elementen vorgestellt:
a) Über das Gelände läuft zur Versorgung der Flieger mit Treibstoff die Euro-Pipeline.
b) Das Gelände eignet sich vorzüglich für einen Mix aus Wind- und Sonnenenergie plus Anbau von kraftstoffreichen Pflanzen - dies würde auch der völlig am Boden liegende Landwirtschaft wieder auf die Beine helfen, so umstritten der Anbau solcher Pflanzen auch in meinen Augen ist, in diesem Konzept gehört er durchaus dazu.
c) Diese Energie wird benötigt um Wasser in seine Bestandteile zu trennen und den Wasserstoff entweder der Pipeline zu versetzen oder zu verfüllen.
d) Zusätzlich könnte auf dem Gelände ein Forschungszentrum entstehen für die Weiterentwicklung von Motoren auf der Basis von Wasserstoff - und evtl. später für den Bau solcher Motoren vor Ort. 

4. Ausblick entdecken: Das Gelände dürfte dann immer noch groß genug sein, um - und das ist ein Plan von Rüdiger Lancelle und mir - auf dem Gelände eine internationale Friedensschule einzurichten, für Studien und Kurse von Grundlagen, Methoden und Techniken zur Gewaltüberwindung, vom Kindergarten angefangen - Besuche im ehemaligen Atomwaffenlager inbegriffen. 

5. Umsetzung: Um das regionale Energiezentrum verwirklichen zu können bedarf es einiger Voraussetzungen. Dazu habe ich bereits schon vor einigen Jahren Gespräche mit den Bürgermeistern sowohl von Alflen als auch Büchel geführt, auf der einen Seite, und mit dem Bonner Friedensforschungszentrum BICC andererseits. BICC wäre durchaus bereit ihre Kompetenz für Konversionsvorgänge ins Spiel zu bringen, wenn - und das ist bislang die Krux – von der Kommune die Anfrage und Bitte kommt. Von sich aus kann satzungsgemäß BICC nicht tätig werden. Unabhängig davon habe ich vor einem Jahr versucht jemanden zu finden - Anfrage ging an den BUND - der oder die eine vorläufige Machbarkeitsstudie über dieses Vorhaben entwirft. Wer uns dabei helfen könnte, dafür jemanden zu - das wäre überaus hilfreich! Der Initiativkreis gegen Atomwaffen ist seit Jahren in diesem Projekt ausschließlich mit Bordmitteln aktiv, uns fehlt es an Geld u. U. auch jemanden für solch eine Studie bezahlen zu können. Ob da nicht auch nachgeholfen werden kann?

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Büchel Atomwaffenstandort

 

Die nukleare Nato - Ein Problemaufriss, von Otfried Nassauer für die Friedrich Ebert-Stiftung, Juli 2010

 US-Atomwaffen in Deutschland und Europa
von Otfried Nassauer (herausgegeben von Greenpeace in Zusammenarbeit mit BITS und den Trägerkreis "Atomwaffen abschaffen"

Dokumentation

20.11.2010 Strategisches Konzept der NATO

20.07.2010 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage
17.05.2010 Bericht der Expertengruppe über das Strategisches Konzept der NATO (engl.)
26.03.2010 Bundestagsbeschluss 17/1159
04.01.2010 Brief von Verteidigungsminister Guttenberg an Peter Bleser zur Ausmusterung der Tornados
23.10.2009 Koalitionsvereinbarung CDU/CSU und FDP

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