Gedenken: Gegen die totale Vernichtung
Vor genau 52 Jahren ließen die Amerikaner die erste Atombombe auf Hiroshima fallen, drei Tage später auf Nagasaki. Tausende von Menschen sind seitdem umgekommen, direkt bei der Explosion oder danach. Unter den Folgeschäden leiden Menschen noch immer, und auch die Ungeborenen werden noch körperliche und seelische Krankheiten deswegen erleiden.
Für viele Menschen ist das ein Grund für ein ausdrückliches „Nein“ zu atomaren Waffen. „unsere zukunft - atomwaffenfrei“ heißt die Kampagne an der das Friedensbündnis Krefeld teilnimmt. In Krefeld feierte man gestern in der Friedenskirche einen ökumenischen Gottesdienst und eröffnete dann anschließend Kampagne und eine Ausstellung zu Hiroshima und Nagasaki. Man gedachte der Toten, aber Gedenken ist es nicht allein: „Die Folgen der Atombombe hätten ein Umdenken bewirken müssen“, sagte Hans Schüren vom Friedensbündnis Krefeld, „das Erinnern schließt das Denken an heute und morgen mit ein.“
Schüren erläuterte zunächst seine Vorstellungen und verwies auf die Ausstellung. Sie gliedert sich in zwei Teile. Sachlich informieren Tafeln über die Folgen von atomarer Bestrahlung für den Menschen und die Umwelt; „Ärzte gegen den Atomkrieg“ stellten die Tafeln zusammen. Fotos aus Japan zeigen sehr eindringlich, wie grausam der Tod durch die Atombombe ist.
Bürgermeister Bernd Scheelen begrüßte dann Herbert Schmalstieg aus Hannover.
Weltweit sind Bürgermeister für den Frieden
Schmalstieg, ehemaliger Oberbürgermeister des niedersächsischen Landershauptstadt, gehört zu den „Mayors for peace“. „Bürgermeister für den Frieden“ gibt es inzwischen 1500 in 117 Ländern. In Deutschland sind es etwa 300 Städte, zumeist Großstädte. Krefeld allerdings zählt nicht dazu.
Schmalstieg erinnerte an den Krefelder Appell von 1980, der sich auch gegen Atomwaffen aussprach und wies darauf hin, dass es in Deutschland immer noch atomare Sprengköpfe gibt. Schmalstieg lehnt die Aufrüstung der USA auf europäischem Boden ausdrücklich ab: „Ein Atomkrieg bedeutete die Auslöschung aller Menschen – das wollen wir doch nicht.“ Maximilian Zelzner, Joachim Froebe, Lydia Paggen und Simone Krahé musizierten feine Töne und rezitierten passende Texte dazu.
Rede von Oberbürgermeister a.D. Herbert Schmalstieg
Die Ausstellung dauert bis zum 26. August, Luisenplatz, Ruf 66 84 40
Die Atombombe: Im Jahr 1942 wurde unter größter Geheimhaltung das Manhattan-Projekts im Forschungslaboratorium Los Alamos (New Mexico) begonnen. Dort arbeiteten unter der Leitung Robert Oppenheimers tausende Wissenschaftler und Techniker. Am 16. Juli 1945 wurde die erste Atombombe oberirdisch gezündet.
Erster Abwurf: Am 6. August 1945 wurde eine Atombombe über der Küstenstadt Hiroshima gezündet, Rund 90 000 Menschen starben sofort, Tausende starben später an den Folgen der Strahlung.
Zweiter Abwurf: Am 9. August 1945 sollte eigentlich die Stadt Kokura bombardiert werden. Wegen schlechter Sicht wurde dann die Küstenstadt Nagasaki ausgewählt. Bei dem Angriff kamen 36 000 Menschen sofort ums Leben, weitere 40 000 Menschen starben später.
05.08.2007
Von Christina Schulte
Quelle: Westdeutsche Zeitung
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