Atomkriege rücken in greifbare Nähe
Am 3. und 4. Oktober findet in London eine Konferenz zum Thema „Nuclear Weapons: The Final Epidemic“ statt. Immer mehr Wissenschaftler warnen in letzter Zeit vor einem neuen Zeitalter des nuklearen Wettrüstens und der steigenden Wahrscheinlichkeit atomarer Angriffe.
Das Londoner Institut für strategische Forschung (IISS) stellte in seinem jüngsten Jahresbericht vor, dass es bereits im nächsten Jahr zu einem „Heraufdämmern eines neuen nuklearen Zeitalters“ kommen könnte, wie die Zeitung „Neues Deutschland“ berichtet. Experten warnen immer häufiger vor einem bevorstehenden neuen Atomzeitalter. Immer mehr Staaten hätten atomare Ambitionen“, es gebe viel ungesichertes Nuklearmaterial und auch der neuerliche Ansturm auf die Atomenergie sei besorgniserregend. Deutsche Friedensforschungsinstitute teilen diese Ansicht, berichtet „Neues Deutschland“.
Eine Gruppe von Wissenschaftlern der „American Physical Society“ warnte indes vor einem nuklearen Angriff der USA gegen den Iran. Sie teilten dies in einem persönlichen Schreiben auch US-Präsident George W. Bush mit und schrieben zudem einen offenen Brief an die Mitglieder des US-Kongresses. Nach Ansicht der Forscher würde ein solcher Einsatz ein 60-jähriges Tabu brechen und die Wahrscheinlichkeit, dass auch andere Staaten Kernwaffen einsetzen würden, erheblich steigern.
Die zweitägige Konferenz „NuclearWeapons: The Final Epidemic“ in London wurde gemeinsam von der Organisation Internationaler Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW) und dem britischen Katastrophen- und Konfliktforum vorbereitet. Hauptsächlich geht es um die zu befürchtenden medizinischen, biologischen und klimatischen Folgen eines immer greifbarer werdenden nuklearen Konflikts.
Die Tagung will einerseits zur Aufklärung der internationalen Zivilgesellschaft beitragen, andererseits ist sie auch ein Appell, sich vom atomaren Wettrüsten ab zukehren und die Herstellung von Nuklearwaffen vollständig zu stoppen.
Im August 2007 startete die IPPNW zudem in Zusammenarbeit mit 40 weiteren unabhängigen Organisationen in Deutschland die Kampagne „unsere zukunft – atomwaffenfrei“. Sie beinhaltet die Forderung an die Bundesregierung, die Mitarbeit bei Einsatzplanungen von Atomwaffen einzustellen und darüber hinaus alle nuklearen Waffen aus Deutschland abzuziehen. Ziel der Kampagne ist nach Angaben des IPPNW, dass die Bundesrepublik auf der Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags 2010 vor den Vereinten Nationen verkündet: "Deutschland ist atomwaffenfrei: Wir haben die nukleare Teilhabe beendet, als Schritt zu einer atomwaffenfreien Welt."
Lena Dietzen
Quelle: Berliner Umschau
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