Antworten der CDU/CSU
Namen alphabetisch geordnet
10.03.2009
Daniel Caspary, MdEP
CDU, Landesliste Baden-Württemberg, Platz 2

Ich kenne derzeit keinen Staat, der über Atomwaffen verfügt, der diese Waffen überhaupt einsetzen möchte - von daher erübrigt sich diese Debatte.
Wenn die USA ihre Atomwaffen aus Deutschland abziehen würden, dann würde ich das angesichts der heutigen Sicherheitslage in Europa begrüßen.
30.08.2005
Hildegard Müller, MdB
CDU, Düsseldorf I
"...Es ist aber auch nicht zu leugnen, dass sie für manche Staaten und deren Bevölkerung – ganz im Sinne der Abschreckung des "Kalten Krieges" – immer noch als ein Element Ihrer Verteidigungsstrategie angesehen werden, um Angriffe auf ihr Land zu verhindern (z.B. Israel). Eine alleinige Initiative zur Ächtung von Nuklearwaffen, wird daran nichts ändern. Dies erfordert weit mehr sicherheitspolitische Initiative."
18.04.2008
Christian Ruck, MdB
CSU, WK: Augsburg-Stadt

"Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass der parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Hartmut Koschyk, bereits auf Ihre Anfrage geantwortet hat und dabei explizit darauf hinwies, dass er auch im Namen aller Kolleginnen und Kollegen der CSU-Landesgruppe schrieb. Dr. Ruck ist Mitglied dieser Landesgruppe. Haben Sie also bitte Nachsicht, dass wir von einer eigenen Antwort absehen."
06.03.2008
Horst Seehofer, MdB
CSU, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft, Ingolstadt
" Im Namen des Bundesministers Horst Seehofer bedanken wir uns für Ihr Schreiben vom 05. März 2008. Aus zeitlichen Gründen ist es uns eine Stellungnahme leider nicht möglich."


"Deutschland hat sich als Mitglied der NATO zur Nuklearen Teilhabe verpflichtet. Ungeachtet der Tatsache, dass Deutschland frühzeitig auf Produktion, Herstellung und Einsatz nuklearer Waffen verzichtet hat, sichert sich unser Land damit eine Mitsprache bei der Planung des Einsatzes und beim Einsatz von nuklearen Einsatzmitteln durch die NATO."

Ich bin der Auffassung, dass ein genereller Verzicht auf nukleare Abschreckung auch nach Ende des Kalten Krieges derzeit nicht möglich ist. Denn noch immer stellen Länder, die im Verdacht stehen entgegen internationaler Übereinkommen den Besitz von Atomwaffen anzustreben, eine potentielle Gefahr für die Staatengemeinschaft dar.
"Deutschland hat mit Tornados auf dem Fliegerhorst Büchel echte Atomwaffenträger. Sie werden gegen 2020 verschrottet. Ab diesem Zeitpunkt hat Deutschland dann keine nukleare Teilhabe mehr bei der NATO und damit auch nur noch ein geringes Mitspracherecht."
"Über die grundsätzliche Zielsetzung, die weltweite Abschaffung aller Massenvernichtungswaffen, sind sich alle Fraktionen in diesem Deutschen Bundestage einig. Dazu hat sich Deutschland immer völkerrechtlich verbindlich verpflichtet. Der Nichtverbreitungsvertrag hat bekanntlich die Abschaffung sämtlicher Kernwaffen zum Ziel. Man wird dieses Ziel allerdings nur mit einem schrittweisen Ansatz verwirklichen können."

"Aufgrund der erwähnten Einbindung in den NATO-Rahmen unterliegt die Frage der Stationierung der Atomwaffen der multilateralen Beschlussfassung in den zuständigen Gremien, in erster Linie dem NATO-Rat. Ein einseitiges Aufkündigen der Bündnissolidarität, der die Forderung nach sofortigem Abzug der verbliebenen Atomwaffen aus Deutschland faktisch gleichkäme, würde die Bemühungen der Bundesregierung hinsichtlich eines nachhaltigen Abbaus der Atomarsenale entscheidend schwächen."

"Einseitige Aufkündigungen von Vereinbarungen sind in einer auf Konsens und Solidarität angelegten NATO nicht möglich. Veränderungen der Politik bedürfen eines langwierigen Konsultations- und Abstimmungsprozesses und letztlich einer einvernehmlichen Regelung im NATO-Rat. Der jetzt erreichte Zustand ist das Ergebnis erfolgreicher Verhandlungen, was ein Blick auf die Historie zeigt."

"Deutschlands Sicherheit ist untrennbar mit der politischen Entwicklung in Europa und in der Welt verbunden. Damit Deutschland zur Abschreckung des terroristischen Einsatzes der Atombombe einen Beitrag leistet, stimme ich dem Verbleib amerikanischer Atomwaffen auf deutschem Boden zu."

"Die Bundesrepublik Deutschland hat völkerrechtlich bereits vor mehreren Jahrzehnten verbindlich auf den Erwerb, Besitz und die Verfügungsgewalt von oder über Nuklearwaffen verzichtet. Dieser Verzicht wurde im „2+4-Vertrag“ am 12. September 1990 für das vereinte Deutschland nochmals rechtsverbindlich bestätigt."

"Nach Ende des Kalten Krieges wurde das Gros der Atomwaffen abgezogen und die Zahl der in Europa gelagerten US-Nuklearwaffen sank bis 1992 auf Ca. 700. Ende 2000 autorisierte US-Präsident Clinton noch die Stationierung von 480 Nuklearwaffen in Europa, 170 davon in Deutschland. Mit dem Abzug der in Ramstein gelagerten Waffen reduziert sich der Bestand auf den' Flugplatz Büchel. Wir sind zuversichtlich, auch zu Büchel alsbald eine Lösung im NATO-Rahmen zu finden."

"Einseitige Aufkündigungen von Vereinbarungen sind in einer auf Konsens und Solidarität angelegten NATO nicht möglich. Veränderungen der Politik bedürfen eines langwierigen Konsultations- und Abstimmungsprozesses und letztlich einer einvernehmlichen Regelung im NATO-Rat. Der jetzt erreichte Zustand ist das Ergebnis erfolgreicher Verhandlungen, was ein Blick auf die Historie zeigt."
«Da ich Ihre Zuschrift nicht völlig unbeantwortet lassen möchte, teile ich Ihnen gerne mit, dass ich mich im Grundsatz der Antwort meiner geschätzten Kollegin Dr. Inge Grässle auf Ihre Serienanfrage anschließe»


