04.03.2010

Unsere Zukunft - atomwaffenfrei?

Veranstaltung mit Andreas Zumach in Villingen-Schwenningen

Die Bedrohung durch Atomwaffen war in Villingen-Schwenningen lange Zeit kein öffentliches Thema mehr. Nur wenige in der Bevölkerung wissen, dass in Deutschland noch immer 20 amerikanische Atomsprengköpfe – jede mit einer Zerstörungskapazität von mehreren Hiroshimabomben – lagern, die mit deutschen Flugzeugen und deutscher Beteiligung zum Einsatz kommen können.

Atomwaffen – dieses Anliegen der Friedensbewegung der 80er Jahre greift das kommunale Friedensbündnis in diesem Frühjahr auf: Andreas Zumach, politischer Journalist in Genf, war eingeladen, um über den gegenwärtigen Stand von Atomwaffen und Abrüstungsbemühungen zu informieren; der Zeitpunkt war günstig im Hinblick auf die im Mai 2010 stattfindende Konferenz in New York, bei dem der Atomwaffensperrvertrag und seine Realisierung überprüft werden.

2009 hat erstmals mit Barack Obama ein amerikanischer Präsident den politischen Willen zur vollständigen Abrüstung aller Atomwaffen bekundet. Die Bundesregierung griff dieses Anliegen im Koalitionsvertrag auf, hat aber bisher wenig Konkretes unternommen, um einen Beitrag zur Abrüstung dieser  schrecklichsten der bisher bekannten und eingesetzten Waffen zu leisten.

Die Kampagne „unsere zukunft – atomwaffenfrei“ fordert konkret die ersatzlose Vernichtung aller 20 noch verbliebenen Atomsprengköpfe auf deutschem Boden sowie den Verzicht der deutschen Regierung auf nukleare Teilhabe.

Andreas Zumach wurde von Oberbürgermeister Dr. Rupert Kubon – Mitglied der internationalen Organisation Bürgermeister für den Frieden – begrüßt. Er erinnerte an seine eigenen friedenspolitischen Aktivitäten in den 80er Jahren im Rahmen von Pax Christi. Zumach griff die Forderungen auf und machte klar, dass nur durch konsequente Abrüstung bei allen Atommächten glaubhaft politische Bestrebungen nach Atomwaffen in anderen Ländern, z.B. im Iran, abgewehrt werden können. Er kritisierte die gegenwärtige Politik gegenüber dem Iran, solange sie auf Sanktionen und Druck basieren würde.

Als Alternative schlägt Zumach eine regionale Konferenz für Abrüstung und Zusammenarbeit für den konfliktreichen Nahen und Mittleren Osten vor, unter Einbeziehung von Israel und auch Iran. Eine vergleichbare Konferenz hatte es bei uns in Europa in den 70er Jahren mit der OSZE gegeben.

Weitere Fortschritte wären möglich bei der in diesem Monat anstehenden Überprüfung der Atomwaffenstrategie der USA; hier könnte der ernsthafte Wille zu Abrüstung bei der Obama-Administration sich dokumentieren, wobei jedoch von der Opposition in den USA wohl nur harte Gegnerschaft kommen wird.

Von der Bundesregierung erwartet Zumach, dass sie endlich die deutsche Beteiligung an Atomwaffen ohne Vorbedingungen aufgibt, um glaubwürdig gegenüber denjenigen Ländern zu sein, die keine Atomwaffen besitzen. Dazu ist aber öffentlicher Druck nötig, den die Friedensbewegung in diesem Frühjahr durch Beteiligung an der Kampagne „unsere zukunft – atomwaffenfrei“ entfalten möchte. Die hiesigen Friedensgruppen haben eine Radsternfahrt im Schwarzwald-Baar-Kreis am 23. April 2010 geplant mit dem Motto „Radeln für den Frieden – für eine atomwaffenfreie Welt“.

Die Veranstaltung mit Andreas Zumach wurde auf Video aufgezeichnet und kann als DVD bei der Geschäftsstelle der IPPNW (Ärzte gegen Atomkrieg, Ärzte in sozialer Verantwortung) in Berlin angefordert werden.

VS-Villingen, 6.3.2010; Ernst-Ludwig Iskenius, IPPNW

« zurück

Spenden Sie für die Kampagne!

Bankverbindung:

IPPNW
Bank für Sozialwirtschaft,
Kto Nr.: 22 22 210
BLZ 100 205 00
Verwendungszweck: „atomwaffenfrei“

 

oder klicken Sie auf dieses Bild für das Spendenportal:

 

Newsletter abonnieren

verkleinern vergrößern
Seite empfehlen Seite drucken