Eine Anleitung zum selber machen...

Regio-Pacemaker-Touren

Wie schaffen wir es als lokal organisierte Friedensbewegung, mit dem Thema Atomwaffen in die Öffentlichkeit und das Bewusstsein der Menschen zu kommen, wenn wir nicht gerade in Büchel wohnen? Diese Frage stellen sich bestimmt viele des Öfteren. Ja sicher, es gibt die BürgermeisterInnen für den Frieden, aber wenn wir ehrlich sind, sind die meisten zwar Mitglied (was ja gut ist) aber damit hat es sich dann auch. Ohne das Drängen der Friedensorganisationen vor Ort würde es von deren Seite überhaupt keine oder noch weniger Aktivitäten geben. Ein Beispiel wie es möglich ist, zusammen mit den BürgermeisterInnen, das Thema atomare Abrüstung in die Lokalpresse zu bekommen und viele Menschen wieder für das Thema zu sensibilisieren, ist die Regio-Pacemaker-Tour, die auf Anregung von Klaus Pfisterer im Neckar-Fils-Raum im Juli diesen Jahres stattfand. Sie verbindet wie ihre „große Schwester“ auf sportliche Weise den Einsatz für eine friedliche und gerechte Welt ohne Atomwaffen. Warum gerade diese Verbindung auf regionaler Ebene funktioniert?

  • Vernetzung/Synergien: Die Friedensbewegung der ganzen Region vernetzt sich dadurch und schafft nötige Synergien.
  • Öffentlichkeit: Weil es nicht nur vor Ort stattfindet, berichten auch verschiedene Zeitungen darüber. Nicht zu vergessen die vielen Amtsblätter der Städte und Gemeinden, durch die geradelt wird.
  • Bündnisse: Nicht nur die BürgermeisterInnen für den Frieden, sondern auch viele andere unterstützen eine solche Aktion gerade auf lokaler Ebene viel eher.

Bei der Regio-Tour durch Kirchheim/Teck, Ebersbach, Esslingen, Köngen (Großraum Stutt-gart) beteiligten sich fast 150 RadlerInnen und6 Lokalzeitungen und viele Amtsblätter berichteten darüber. Eine Tour, insgesamt 60 km lang, mit einer familienfreundlichen Geschwindigkeit von 10-15 km/h, mit Zwischenstopps in den genannten Städten, sodass auch etappenweise mitgeradelt werden kann. Ein buntes Rahmenprogramm von Ausstellungen in den Rathäusern über Beiträge von Kindergärten und Sportvereinen bei den Stopps begleitete die Tour.

 

Wie kann so eine Veranstaltung organisiert werden:

  1. Ein Organisationsteam setzt sich aus je einem/r Vertreter/in der beteiligten Friedensorganisationen der jeweiligen Städte zusammen. Diese sind die AnsprechpartnerInnen vor Ort (für Presse und Städte). Damit verteilen sich die Aufgaben auf viele Schultern. Wichtig ist jedoch, dass es Eine/n gibt, der/die die Gesamtorganisation übernimmt, bzw. die Fäden zusammen hält.
  2. Der Termin sollte mindestens ein Jahr vor der Tour mit den BügermeisterInnen, den Friedensgruppen und den örtlichen Veranstaltungskalendern abgestimmt sein.
  3. Ein breites Bündnis von Kirchen, Gewerkschaften, Vereinen, Parteien, Initiativen und Einzelpersonen sollte für die Idee (d.h. die Unterstützung) gewonnen werden. Diese können dann (gegen eine Spende von 10-20 Euro) auf dem Flyer als UnterstützerInnen erscheinen damit dann auch in ihrem Umfeld für die Aktion, geworben wird.
  4. Als Demonstration angemeldet, wird die Tour von der Polizei (zum Teil auch auf dem Rad) die gesamte Strecke über begleitet und stellt damit einen reibungslosen Ablauf sicher. Für eine kleine Friedensinitiative oder Gruppe ist eine solche Aktion alleine fast nicht zu bewältigen, aber zusammen mit anderen, wenn sich die Aufgaben entsprechend verteilen, ist es durchaus für alle machbar. Mit einer Diskussionsveranstaltung irgendwann kurz vor oder nach der Tour, lässt sich auch noch eine politische Vertiefung erreichen.

Tobias Bollinger, Mitorganisator der Regio-Tour

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